Lesen, Schreiben und Rechnen

Was selbstverständlich sein sollte, wird nun als mutig gepriesen: dass die Kultusminister der Länder eine Untersuchung darüber in Auftrag gegeben haben, wie es um ihre Grundschulen steht, eine Art kleiner PISA-Test also. Das Ergebnis dieses Grundschulvergleichs wird nun mit vereinten Kräften schöngeredet.

Man preist eine Selbstverständlichkeit als Erfolg, dass die meisten Mädchen und Jungen in Deutschland lesen, schreiben und rechnen können. Was hätten sie in der Grundschule denn sonst lernen sollen, wenn nicht diese Grundfertigkeiten? Allerdings verfügt ein gutes Zehntel der Kinder nicht einmal darüber. Sie werden ohne die nötigen Voraussetzungen an die weiterführenden Schulen geschickt. Dort lernen sie kaum noch etwas dazu. Das hat die große PISA-Untersuchung deutlich gemacht.

Statt auf den „Erfolg“ ihrer Studie stolz zu sein, sollten die Kultusminister eine Antwort auf die Frage geben, wie sie mit dem Thema der unzulänglich ausgebildeten Grundschüler künftig umzugehen gedenken.

Ein anderes Problem ist der Unterschied zwischen den Bundesländern. Dass Baden-Württemberg aus der Spitzengruppe verschwinden würde, war zu erwarten, aber dass nun „amtlich“ ist, dass die Besten des einen Landes, sagen wir in Berlin, ein halbes Schuljahr hinter denen eines anderen Landes, sagen wir in Bayern, liegen, gibt sehr zu denken. In „schwachen“ Ländern sind offenbar nicht nur die Schwachen sehr schwach, sondern auch die Starken schwächer als anderswo. Die Kinder individuell zu fördern scheint doch nicht so einfach zu sein.

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Ein Kommentar zu Lesen, Schreiben und Rechnen

  1. Tobi sagt:

    Bei manchen unserer Azubi-Bewerber wäre ich froh, die hätten an der weiterführenden Schule wenigstens Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt!

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