Überschwemmung und Ratlosigkeit

Wie haben wir uns über die Japaner gewundert und auch erhoben, weil sie nicht in der Lage waren, einen Tsunami und seine Folgen vorauszusehen und entsprechende Vorsorge zu treffen! Wie konnte einer Industrienation so etwas passieren? Jetzt passiert es bei uns.

Es ist uns hierzulande offenbar nicht möglich, mögliche Szenarien des Niederschlags und ihrer Auswirkungen auf die Flüsse rechnerisch zu erfassen und durchzuspielen und dann aus den Ergebnissen die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Wie kann einer Industrienation wie Deutschland so etwas passieren? Eine Frage, auf die noch keiner so richtig geantwortet hat.

Es sei ja einiges geschehen nach der „Jahrhundertflut“ von 2002,heißt es. Aber es war wohl nicht ausreichend. Vielleicht hat man sich zu viel Zeit gelassen. Denn das von den Medien liebevoll gepflegte Wort „Jahrhundertflut“ hat  suggeriert, dass eine Überschwemmung dieses Ausmaßes so schnell nicht wieder geschieht. Ein Jahrhundert ist lang, hat man wohl gedacht. Wir haben Zeit, uns in aller Ruhe einen besseren Schutz unserer Flüsse auszudenken und herzustellen.

Nun zeigt sich, dass es diese Zeit nicht gab. Das einlullende Wort „Jahrhundert“ war das falsche Signal. Hoffentlich wird es so schnell keiner mehr in den Mund nehmen.

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Ein Kommentar zu Überschwemmung und Ratlosigkeit

  1. Boris sagt:

    Vielleicht haben wir ja jetzt auch mehr als hundert Jahre Zeit bis zur nächsten Überschwemmung. Wahrscheinlichkeit ist so eine Sache. Fest steht, wir waren nicht ausreichend geschützt, aber haben vergleichsweise schnell reagiert. Was anderswo oder früher Tausende getötet hätte haben wir mit verleichsweise leichen Verlusten überstanden. Spenden, Staatshilfe, Bundesewehr, THW, Feuerwehr, Polizei alles in allem kann dieses Land einen immernoch positiv überraschen. Das es eine Lehre war glaube ich weniger, die Menschheit lernt in Jahrhunderten nicht in Jahrzehnten.

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