Fußballschule

Alle vier Jahre ist eine Fußballweltmeisterschaft, dazwischen liegen die Europameisterschaften der gleichen Sportart. Mal fallen die Spiele in die Unterrichtszeit, mal liegen sie so spät am Tag, dass die Kinder eigentlich schon im Bett liegen müssten. „Verantwortungsvolle Politiker“ stellen sich dann die Frage: Welche Rücksicht muss die Schule auf diese und andere Großereignisse nehmen?

Meine Antwort: Das geht die Politik nichts an. Das Zu-Bett-Schicken oder Aufbleiben-Lassen von Kindern ist Sache der Eltern. So regelt es nicht nur das Grundgesetz, das sagt uns auch der gesunde Menschenverstand. Ob und wie man im Unterricht auf solche Ereignisse eingeht und sie in der Planung berücksichtigt, ist Sache der jeweiligen Lehrkraft. Eine Weltmeisterschaft bietet jede Menge aktuelle Unterrichtsanreize. Wer die nicht nutzt, vertut Chancen.

Und das Verlegen oder Streichen von Unterrichtsstunden? Darüber hat die Schulleitung zu befinden. Sie kann, ja sie muss, so verlangt es das Schulgesetz, situationsgerecht reagieren, ob es sich um „hitzefrei“, um Folgen von Gebäudeschäden (Heizung fällt aus, Sturm zerdeppert Fenster, Einbrecher hinterlassen ein Chaos, ein Wasserrohr platzt) oder um sinnvolles Eingehen auf Großereignisse handelt. Belehrende Hinweise der Schulverwaltung oder gar des Ministers sind entbehrlich, ja sie stören nur, weil sie Erwartungen wecken, die dann von den Schulen erfüllt werden müssen. Die immer wieder beschworene „Stärkung der Verantwortung“ der in der Schule Tätigen sieht anders aus.

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