Radkampf

Sie kommen daher zum Fürchten. Ihre Ausrüstung ist eine Rüstung; Helm und Schutzkleidung verleihen ihnen ein martialisches Aussehen. Sie fahren lautlos, kommen von hinten, von der Seite, von schräg, ohne dass man sie bemerkt. Sie wirken bedrohlich, sie machen Angst. Manchmal benutzen sie sogar das, was man früher einmal Zebrastreifen nannte und den Fußgängern einen gefahrlosen Übergang über die Straße verhieß. Nun ist dieser Überweg zu einer Furt für die Radfahrer geworden. Wer ihn ohne Rad benutzt, lasse die auf dem Rad am besten vorbei. Denn Radfahrer sind oft militante, aggressive Verkehrsteilnehmer.

Sie vereinigen sich neuerdings zu Pulks und beanspruchen die Straße ganz für sich. Mit diesen Demonstrationen wollen sie zum Ausdruck bringen, dass ihnen mit Fug alle Straßen und Wege gehören. Aber das reicht ihnen nicht. Die Politik soll gefälligst dafür sorgen, dass sie das auch mit Recht tun. Damit stoßen sie in unserem grünroten Land natürlich auf offene Ohren. Der Verkehrsminister ist einer von ihnen, einer, der den Autofahrern den Kampf angesagt hat. Radfahrer über alles, das ist die neue Devise. Die Autofahrer mögen sich selber wehren, aber die Fußgänger verdienen unser Engagement. Sie sind die Dummen bei dieser Entwicklung. Wohin die Reise geht, das machen die Niederlande vor. Dort haben die Radfahrer die Straße und die Gehwege längst erobert. Sie sind eine Macht, der sich alle beugen. Sich mit Radlern anzulegen ist nicht ratsam. Man zieht immer den Kürzeren. Ich bin auch ein Fußgänger.

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