Griechende

Zum griechisch-europäischen Finanzstreit ist schon fast alles gesagt. Wir haben ein neues Wort gelernt, Grexit. Damit wird etwas bezeichnet, das angeblich niemand will, den Ausstieg der Griechen aus dem Euro-Raum. Wir wissen, wie viele Schulden sie haben, weit über 300 Milliarden Euro. Das kann man sich als normaler Gehaltsempfänger nicht vorstellen. Wir verstehen, dass den Griechen das Sparen weh tut, wir verstehen aber nicht, warum ihre reichen Reeder so gut wie keine Steuern zahlen müssen. Wir finden die neue griechische Regierung entweder cool oder unverschämt. Die Abschaffung der Krawatte durch deren Spitzenleute könnte stilbildend wirken. Dass einige Griechen die Deutschen gerne als Nazis beschimpfen und böse Witze über Merkel und Schäuble machen, das ärgert uns, auch wenn wir das Handeln des deutschen Staates gegenüber Griechenland in den 1940er Jahren noch so verabscheuen. Dass die Hellenen milliardenschwere Wiedergutmachung wollen, können wir irgendwie nachvollziehen, aber dass sie ihre eigenen Schulden bei uns erlassen haben wollen, mögen wir nicht gutheißen. Der griechische Niedergang tut uns Leid, die steigende Zahl von Suiziden finden wir schlimm, aber wir können nicht immer den Gedanken ausschalten, dass die Verantwortlichen in Griechenland daran zu einem großen Teil selbst schuld sind. Darunter leidet leider die ganze Bevölkerung. Aber die Parteien und Regierungen Griechenlands wurden vom griechischen Volk gewählt, nicht vom deutschen.

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