Aufmerksamkeitsdilemma

Es gibt diverse ungute Aspekte des griechischen Schauspiels. Einer ist, dass es die Aufmerksamkeit auf sich zieht und vieles überdeckt, ja zudeckt, was auch wichtig, nein wichtiger ist. TV-Sondersendungen rücken das Griechen-Theater in den Vordergrund und machen damit den Medienkonsumenten so verrückt, dass er den Durchblick vollends verliert und den Blick von dem abzieht, was ihn auch interessieren sollte. International relevant ist der globale Terror mit seinen Folgen für die Bewohner vieler Staaten. Gestern war zu hören, dass ein Zehntel aller Kinder unter Kriegs- und Gewaltbedingungen aufwachsen. Welche Folgen das haben wird, wenn diese Kinder selbst kriegsfähig sind, kann man nur dumpf ahnen. Es gebe derzeit, so heißt es, mehr Flüchtlinge als nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Menschen kommen auch zu uns und sind, wie man sieht, nicht überall willkommen. Die Herausforderungen dieser globalen Katastrophe sind überhaupt noch nicht bewältigt. Und dass der Terror uns immer näher auf die Pelle rückt, das wird uns erst aufregen, wenn er in der Nähe zugeschlagen hat. Vielleicht rückt ja die anstehende Hitzewelle ein anderes zugedecktes Thema wieder in den Blick, den Klimawandel und seine Folgen. Von den weltweit notwendigen Beschlüssen und Maßnahmen, ihn im Zaum zu halten, möchte ich gar nicht erst reden. Die lassen seit Jahrzehnten auf sich warten. Das Thema „Schutz der persönlichen Lebenssphäre vor Ausspähung“ scheint uns hier so gut wie nicht zu interessieren. Wie vieles andere auch nicht. Wir haben ja die Griechen. Die lenken uns von vielem ab.

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