Alternaive

Ein Gespenst geht um in Deutschland, eine Partei, die von sich behauptet, sie sei eine Alternative für Deutschland. Und es gibt offenbar genug Naive, die sie ohne Bedenken wählen. Zugegeben: manche dieser Rechtspopulisten geben sich bieder und leutselig-harmlos. Max Frisch hat in seinem Stück „Biedermann und die Brandstifter“ diesem Typ des Harmlos-Naiven ein Denkmal gesetzt. Herr Biedermann lässt die Brandstifter gewähren, weil er sich erfolgreich einzureden vermag, dass diese Typen doch nichts ernsthaft Böses wollen. Wenn man ihnen freundlich begegnet, dann werden sie ihre Drohungen schon nicht wahr machen. Aber Petry und Co. werden nicht zögern. Unter den AfD-Größen gibt es welche, die mir Angst machen. Die Stuttgarter Zeitung stellt heute (17.3.16) einige vor. Da gibt es die Funktionärin in der Thüringer AfD, die behauptet, in unseren Kitas würden die Kinder sexuell manipuliert, die Presse sei gleichgeschaltet und die Zustände hierzulande überhaupt wesentlich schlimmer als einst in der DDR. Solche Figuren schaffen es, mein Bedauern über die deutsche Einigung zu vergrößern. Was kann man tun, um ihnen ihre geliebte DDR wiederzugeben? Jetzt durchsetzt dieses AfD-Gift auch den Westen. Haben wir denn, frage ich mich, alles vergessen, was diese rechtsradikale Clique einst in Deutschland angerichtet hat? Müssen wir jetzt schon wieder diesen nationalistischen Geifer aushalten? Offenbar. Mit Entsetzen musste ich am Montag lesen, dass im hiesigen Wohngebiet die AfD-Klientel einen Stimmenanteil von sachsen-anhaltinischen Ausmaßen hat. Von allen Seiten umgeben sie uns. In der Tat: Die freie Meinungsäußerung ist in Gefahr. Ich werde es mir künftig zwei Mal überlegen, ob ich meine Stimme erhebe angesichts der rechtsgerichteten Population, die mich umgibt.

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