Türkenbund

Es gibt viele Menschen türkischer Herkunft hier, mehr jedenfalls als es Syrer, Afghanen, Iraner oder Iraker gibt. Sie sind nicht hierher geflohen, sondern gezogen. Sie suchten Arbeit und haben sie auch gefunden. Inzwischen ist ihre Integration vorangeschritten. Manche sprechen besser Deutsch als Einheimische. Andere freilich verweigern sich der Sprache und wohl auch der Integration. Sie wollen Türken bleiben. Erdogan ist darob sehr froh, denn so kann er sie als „Landsleute“ bezeichnen, vor Wahlen um ihre Stimme buhlen und auf deutschem Boden den Deutschen die Leviten lesen. Ob dies mit unseren Gesetzen im Einklang steht, wird offenbar nicht geprüft. Dabei kennt er sich mit ihnen gut aus und weiß, wie man sie nützt, um hiesige Kritiker mundtot zu machen. Erdogan lässt verlauten, dass wir mehr auf ihn angewiesen seien als er auf uns. Das lässt seine Muskeln schwellen. Das macht ihn selbstsicher und verführt ihn dazu, uns nach seiner Pfeife tanzen zu lassen. Die Kanzlerin muss ihn loben, sonst ist er beleidigt und kündigt den Deal auf, der uns von Flüchtlingen entlastet, den syrischen, nicht den türkischen, die es auch geben soll. Dieser Deal geht zu Lasten der Menschen, die vor dem Krieg in ihrem Land fliehen. Doch das scheint uns inzwischen egal zu sein. Die Hetzer gegen die Fremden, die Fliehenden, die Verfolgten, sie haben Erfolg gehabt. Unsere Grenzen sind mittlerweile sicher vor ihnen. Das kostet natürlich Geld. Aber wir geben es gerne aus, weil es uns die Emigranten vom Leib hält. Der Türkenbund blüht.

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