Inklusionsdilettanten

Nun hat eine Studie ergeben, was der gesunde Menschenverstand schon immer wusste: die Lehrkräfte sind auf die Inklusion nicht oder kaum vorbereitet. Sie werden zu Beginn des Schuljahrs in Klassen geschickt, in denen sie Schüler mit Förderbedarf vorfinden. Nun können auch Amateure große Leistungen vollbringen. Sie arbeiten sich ein, machen sich kundig, überlegen sich dies und das, fragen andere, wie sie damit umgehen. Irgendwie geht es dann doch, wenn nicht gut, so doch leidlich. Die Kinder, die zu integrieren sind, werden nicht allzu sehr leiden, die anderen, die ein Recht auf gut vorbereiteten Unterricht haben, werden Abstriche machen müssen, denn ihre Lehrer haben nur begrenzte Zeitressourcen für die Vorbereitung. Manchmal taucht sogar ein Profi im Unterricht auf, ein gelernter Sonderschulpädagoge, der im Lauf der Woche „seine“ Schäflein besucht, ihnen ein wenig beisteht und auch den „Hauptlehrern“ den einen oder anderen Rat gibt. Der (oder die) fühlen sich in ihrer Rolle als Dilettanten nur begrenzt wohl. Sie trösten sich damit, dass sie mithelfen, ein großes politisches Ziel zu verwirklichen: die Inklusion. Ich finde, es gibt dabei zu viele Verlierer. Die Lehrkraft verliert an Selbstvertrauen, weil sie tun muss, was sie nicht gelernt hat, der Förderschüler verlieren, weil sie irgendwann merken, welche Belastung sie darstellen, die „normalen“ Schüler gewinnen zwar an Sozialkompetenz, aber sie müssen Qualitätsverluste im Unterricht hinnehmen. Nur die Politik gewinnt. Sie kann mit dem Vollzug der Inklusion punkten.

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