Unterrichtsqualität

Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung soll die Schulen durch Beratung mit Fokus auf der Unterrichtsqualität sowie durch die Erarbeitung und Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien bei der Schulentwicklung unterstützen. – Ein Satz, der es in sich hat. Formuliert hat ihn das Kultusministerium von Baden-Württemberg. Er ist eine Reaktion auf das schlechte Abschneiden des Landes beim bundesweiten Ranking der Schulleistungen. Was steht drin: Es wird eine neue Institution gegründet, „ein Zentrum“ mit zwei Aufgaben, erstens der (Verbesserung der) Schulqualität und zweitens der (Konzentration und Neustrukturierung der) Lehrerbildung. Gegen Ersteres kann Häckerling nichts einwenden, plädiert er doch schon lange dafür, den Hebel bei der Unterrichtsqualität anzusetzen und nicht bei der Schulstruktur. Auch beim zweiten Ziel kann er nur mit dem Kopf nicken. Die Fortbildung der Lehrkräfte ist zu wenig systematisch und zu wenig verbindlich. Sollte das neue Zentrum beides hinbekommen, wäre Begeisterung angesagt. Seine Instrumente werden im kursiv gedruckten Satz oben genannt: Beratung (der Lehrer, der Schulen) und Entwicklung von Unterrichtsmaterial. Das mit der Beratung geht in Ordnung, wenn sie denn durch Berater erfolgt, die über die nötige Qualität verfügen. Sie zu finden wird daher die erste Aufgabe sein. Die Sache mit dem Unterrichtsmaterial ist mir unklar. Bisher war das eine Aufgabe der Verlage. Die bekamen entsprechende Vorgaben in Gestalt des Bildungsplans. Wenn die Schulverwaltung selbst Material erstellte, wer würde es prüfen? Auch machte sie damit den Verlagen Konkurrenz und zöge ihnen die besten Mitarbeiter ab. Warum nicht die Produkte der Schulbuchverlage strenger kontrollieren und die Schwelle der Zulassung höher setzen?

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