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Zunehmender Leistungsrückgang

Eine eher absurde Statistik legen uns die Zeitungen heute vor. Die Abiturnoten in Brandenburg und Bayern seien in den letzten Jahren immer besser geworden, die Zahl der Abiturienten mit 1,0 unaufhörlich gestiegen, nur nicht in Baden-Württemberg. Das deuten sie als weiteres Indiz für die Schwäche des hiesigen Schulsystems. Zu Unrecht, wie Häckerling findet. Wenn die Noten besser werden, heißt das in der Regel nur, dass die Anforderungen gesunken oder die Bewertungen milder geworden sind. Aus besseren Noten eine Steigerung der Leistung abzuleiten wäre reichlich naiv. Man kann dem Land allenfalls vorwerfen, dass es im Absenken der Erwartungen an die Absolventen mit den anderen Ländern nicht Schritt gehalten hat. Ein solcher Wettbewerb ist gefährlich. Das Niveau des Abiturs ist – nach allem, was man hört und liest – beklagenswert gesunken. Die Noten stehen dazu offenbar im umgekehrten Verhältnis: Je schlechter die Leistung desto besser die Noten. Aber das kann das Ziel der Schulpolitik nicht sein. Kluge Mathematiker könnten durch Hochrechnung ermitteln, in welchem Jahr alle Abiturienten mit 1,0 abschließen werden. Hier ein paar Vorschläge zu Beschleunigung dieses Prozesses: Weitere Abstriche in den Anforderungen sind dabei immer hilfreich. Oder wie wäre es mit einem völligen Verzicht auf die Prüfung? Man könnte es auch so machen: Von jedem Schüler und auch jeder Schülerin kommen die 12 besten Leistungen seiner oder ihrer Schulzeit in die Abitur-Wertung. Das müsste uns dem großen Ziel, dass endlich alle „sehr gut“ sind, rasch näher bringen.

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