Private Patienten

Im Lateinischen ist privare das Wort für „berauben“. Das trifft es. Privatpatienten werden ständig das Opfer von Raub. Häckerling scheut sich heute Morgen nicht zu bekennen, dass er zu einer meistgehassten Bevölkerungsgruppe Deutschlands gehört, zu den Privatpatienten. Die ist er nicht freiwillig. Als Staatsbeamter wurde er es zwangsweise und hat seit Jahrzehnten die Folgen zu tragen. Gemeinhin gilt der Privatpatient als privilegiert, bekommt er doch leicht einen Arzt und noch leichter Termine bei demselben. Das war mal. Heute wird man angeblafft, wenn man auf seine Privatheit als Versicherter hinweist. Es würden keine Unterschiede gemacht, heißt es – ein Signal an die gesetzlich Versicherten, die neben und hinter einem stehen und auch einen Termin wollen. Nun wird sich das Problem weiter verschärfen, denn nun müssen die Ärzte ihren Anteil an der Behandlung von nicht privat Versicherten um 25 % erhöhen. Damit sinkt die Zeit für die Privaten; ihre Terminsuche wird sich verschlechtern. Die Zeitung von heute meldet in diesem Zusammenhang, dass sich die Bearbeitungszeit von Erstattungsanträgen beim Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg weiter verlängert. Man behauptet, es dauere nun 19 Tage, bis man sein Geld bekommt. Das ist ein Euphemismus. Mein letzter Antrag brauchte 31 Tage, bis er bearbeitet wurde. Ein Privatpatient muss Geld auf dem Konto haben; denn er legt hunderte, oft tausende Euro für Arzt- und Rezeptrechnungen monatelang aus, bis die versprochen Erstattung durch LBV oder Krankenkasse auf dem Konto erscheint. Damit bestätigt sich ein Vorurteil. Denn wer hat schon so viel Geld flüssig? Die reichen Beamten. Die Beraubung geschieht ihnen recht.

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