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Ungezählter Mangel

Das Thema hat Häckerling schon mehrfach beschäftigt, der Unterrichtsausfall. Heute rücken ihn die Stuttgarter Zeitungen mal wieder ans Tageslicht. Dabei wird ein Aspekt deutlicher sichtbar als bisher: Es gibt keine verlässlichen Zahlen. Daher zählen alle, die zählen können: die Eltern, vermutlich auf der Grundlage dessen, was ihnen die Kinder erzählen, die Elternbeiräte, auf der Grundlage von Elternzählungen, die Zeitungen, auf der Grundlage von Angaben, die man halt so bekommt. Auch das Ministerium zählt. Aber was eigentlich? Es gibt keine kontinuierlich erhobenen Daten über den Unterricht, weder den gehaltenen noch den ausfallenden, den verlegten oder vertretenen Unterricht. Es gibt nur Stichproben, die man natürlich „hochrechnen“ kann. Das Problem ist einfach zu beschreiben: Es fehlt ein Instrument, mit dem man täglich den aktuellen Stand der Unterrichtsversorgung automatisch messen könnte. An seiner Herstellung ist man bisher gescheitert wie auch an der berühmten Lernplattform Ella, die es, wenn überhaupt, erst in einigen Jahren geben wird. Es wird also noch für längere Zeit beim Erfassen des Unterrichts den Streit um Zahlen geben, von denen jeder behauptet, sie stimmten. Das tun sie natürlich nicht. Sie sind „gegriffen“, zu hoch oder zu niedrig. Aber dieser Streit um Kaisers Bart findet nur ein Ende, wenn die Schulen das bekommen, was seit Jahrzehnten als Stein der Weisen durch die Schulgebäude purzelt, aber noch von keinem gesichtet wurde: die Lehrerreserve. Auch die wird es in absehbarer Zeit nicht geben, denn um eine Reserve zu bilden, muss man erst die „Sollstärke“ erreichen. Aber die gibt es noch nicht. Es fehlen dazu die Menschen – vgl. den letzten Blogeintrag.

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