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Fehlende Schulzeit

Die Schulkinder haben virusbedingt frei. Dies Ferien zu nennen wäre nicht korrekt. Genau genommen ist es eine Art Hausunterricht. Den bekommen längerfristig kranke Kinder zum Beispiel im Krankenhaus. Allerdings werden dafür Lehrkräfte stundenweise abgeordnet. Derzeit ist die Lage anders. Die Lehrerinnen und Lehrer sind von ihren Schülern räumlich getrennt, aber sie geben ihnen trotzdem Aufgaben, die zu bearbeiten sind. Die Kinder können sich digital Rat bei ihren Lehrern holen. Leider hat das Schulgesetz diesen Fall nicht geregelt. Offenbar hat niemand mit einer solchen Situation gerechnet. Bisher ist Unterricht allenfalls wegen Hitze oder Stürmen ausgefallen. Dabei handelte es sich aber nur um einzelne Unterrichtsstunden oder Tage. Jetzt zieht sich die schulfreie Zeit in die Länge. Dass die häusliche Schularbeit der Lernenden quantitativ oder qualitativ dem regulären Unterricht entspricht, wird niemand behaupten. Im Gegenteil, man wird nach der Corona-Zeit lange brauchen, um die Schüler wieder in etwa auf den gleichen Stand zu bringen. Manche werden viel getan haben, manche wenig. Was tun? Man wird differenzieren müssen. Vielleicht können auch die in ihren Kenntnissen und Kompetenzen Fortgeschrittenen jenen helfen, die zu wenig getan haben. Häckerling ist unbedingt dafür, den Unterricht nach dem 19. April wieder aufzunehmen. Warum nicht nach dem Nachkriegsmodell des Schichtunterrichts? Man könnte zur Kontaktverminderung jeweils nur die halbe Klasse einbestellen und am nächsten Tag die andere Hälfte. Die zeitliche Lage der Stunden müsste variabel werden, damit sich nicht zu viele gleichzeitig in den Fluren aufhalten. Noch eins: Muss man an der heiligen Kuh der sechswöchigen Sommerferien festhalten? Wenigstens die letzte Ferienwoche könnte gestrichen werden. Wer da Urlaub geplant hat, muss ihn umplanen. Das wäre ein kleines Opfer für ein großen Zweck: die Schulbildung.

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