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Schule

Stagnierender Lernfortschritt

Natürlich ist die Überschrift ein Widerspruch in sich selbst, denn Fortschritt bedeutet Fortschreiten und Stagnation impliziert, dass man stehen bleibt. Dazu gibt es noch den Rückschritt. Der besteht darin, dass man nach einem Schritt vorwärts zwei Schritte zurückgeht. Und wie war es nun in den Schulen im Jahr 2020? Fortschritt, Rückschritt oder Stagnation? „Forscher“, also wissenschaftlich tätige Frauen und Männer, haben Studien ausgewertet und festgestellt, dass die Schülerinnen und Schüler, vor allem die aus sozial weniger begünstigten Familie, in den Zeiten des Lockdowns nichts gelernt haben, im Gegenteil: Sie haben sogar Lernrückschritte gemacht. Es war bei ihnen wie nach sechseinhalb Wochen Sommerferien. Diese Kinder hätte man also auch unbeschult lassen können; Ferien wären ehrlicher gewesen. Was die Forschenden einräumen: Es könnte auch einige Lernerinnen und Lerner gegeben haben, die während der Pandemie diesem Namen Ehre gemacht und Lernfortschritte erzielt haben. Und es könnte bei der zweiten Schulschließungsphase besser gelaufen sein, denn davor hätten die Lehrerinnen und Lehrer Fortschritte beim Lehren gemacht. Und das könnte den Lernern zugutegekommen sein. Aber das weiß man nicht; dazu gibt es noch keine Studien. Was lernen wir aus diesem Befund? Dass der überraschende erste Lockdown das Unterrichtswesen nachhaltig gestört hat, dass die Kinder und Jugendlichen also mit Defiziten in den (erwartbaren) zweiten Lockdown geschickt worden sind und in diesem möglicherweise weitere Lernverluste erlitten haben. Welches Fazit ist zu ziehen? Lasst die jungen Menschen in die Schule, damit sie etwas lernen.

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Gesundheit Schule

Klare Unklarheit

Wie es mit den Schulen weitergehen muss, ist eigentlich klar: Sie müssen zum Normalunterricht zurückkehren und dürfen nicht noch ein Jahr in Beliebigkeit verbringen. Zu der gehört zum Beispiel die aufgehobene Präsenzpflicht. Die Schulpflicht ist ein Kernstück unseres Schulsystems. Jedes Kind, jede/r Jugendliche muss am Unterricht teilnehmen, es sei denn, er bzw. sie ist daran gehindert, z. B. wegen Krankheit oder Beurlaubung. Mit dieser Verordnung, der sog. Schulbesuchsverordnung, ließe sich auch in epidemischen Phasen der schulische Alltag gut regeln. Nun hört man aus politischen Mündern allenthalben, dass es nach den Sommerferien wieder „normalen“ Unterricht geben solle. Allerdings werden diese Politikerstatements begleitet vom üblich Kommentarrauschen. Die Sicherheit der Lehrenden und Lernenden müsse gewährleistet sein, heißt es, die Schülerinnen und Schüler müssten noch in den Sommerferien geimpft werden, die Inzidenz dürfe nicht über 50 oder 100 oder 165 liegen, Nichtzutreffendes bitte streichen, es sollen unbedingt Belüfter in die Klassenzimmer, der Abstand sei auf jeden Fall einzuhalten, die Maskenpflicht keinesfalls außer Kraft gesetzt werden. Häckerling hat Mühe, das zu verstehen. Wenn wir im Spätsommer ein Überangebot an Impfampullen haben, sollte das Impfen auch von 12- bis 15-Jährigen kein Problem sein. Wenn dann die meisten (also über 66, 70, 75 oder 80 Prozent, Nichtzutreffendes bitte streichen) zu den GGG gehören, warum ist dann das Abstands- und Maskengebot noch so furchtbar wichtig? Was sollen Lüfter in den Klassenräumen, wenn sie doch angeblich bzw. nachweislich nichts oder wenig bringen (Nichtzutreffendes bitte streichen), dafür aber einen ziemlichen Lärm machen? Wann werden sich die Lehrerverbände endlich wieder dem Zustandekommen von Unterricht verpflichtet fühlen und nicht nur dessen Verhinderung? Bis zum Herbst ist es nicht mehr lange. Schafft endlich wieder eine Schule, in der es um den Erwerb von Wissen, Kenntnissen und Fertigkeiten geht, ihr, die ihr dafür verantwortlich seid!

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Politik Schule

Schwächelnde Schülerschar

Der Verfasser kann nur hoffen, dass der Trick mit dem grammatisch femininen Wort „Schar“ als Ausweg aus dem Gender-Dilemma akzeptiert wird. Er meint damit die Gruppe der manchmal „Lernenden“, die „Schüler*innen“ oder „„SchülerInnen““, kurz: alle Kinder, die ein Gymnasium besuchen. Die sind gebeutelt durch den monatelangen unpräsenten Unterricht, durch Fernunterrichtung vor Rechnern, durch den Unterricht in wechselnden Kleingruppen. Was immer auch die Mutmaßenden, die Lehrer*innenverbände und Bildungsforschenden errechnen mögen, klar dürfte sein, dass sich der Lernrückstand gegenüber den vorpandemischen Zeiten nicht in Wochen, sondern nur in Monaten ausdrücken lässt. Hinzu kommt in BW ein hausgemachtes Problem, die Abwertung der Grundschulempfehlung durch Grün-Rot, die ebenfalls und inzwischen nachweislich zu einem Leistungsabfall in den Gymnasien (und wohl auch den Realschulen) geführt hat. Die neue grün-rote Regierungsmann- und -frauenschaft will daran aber nicht rütteln – keine Strukturdebatten heißt es. Wie aber sollen die Defizite besagter „Schar“ behoben werden. Der Bund gibt fürs Aufholen zwei Milliarden Euro. Was macht das Land? Die Sommerferien bleiben unangetastet. Ein Extra-Schuljahr wäre zu teuer. Kinder, die in normalen Zeiten 30 Wochenstunden haben, noch ein paar Stunden extra zusätzlicher Förderung zu verordnen, das geht wegen der Belastung auch nicht. Häckerlings Vorschlag: Man mache gar nichts und hoffe, dass sich die Defizite im Laufe der Zeit ganz von selbst auflösen. Heißt es nicht, die Zeit heile alle Wunden? Und kosten würde es auch nichts.