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Unsoziale Kontakte

Der Spielplatz in der Nähe ist gesperrt, nicht durch ein Band, nur per Schild. Darauf steht, die Menschen mögen „soziale Kontaktevermeiden. Zwei Wörter, an denen das Wohl und Wehe der Gesellschaft festgemacht wird, zwei Fremdwörter überdies, Ob alle sie verstehen? Warum sagt man nicht, man solle es vermeiden, anderen Menschen nahe zu kommen, oder: Haltet Abstand! Das Paradoxe an den sozialen Kontakten ist derzeit, dass man sie unterlassen soll. Wer sich dem Anderen nähert, handelt unsozial, weil er das Überspringen des Virus begünstigt. Sozial handelt nur, wer sich von den anderen fernhält. Die politische Führung droht nun mit der Ausgangssperre, sollten die Menschen zu nahe aufeinander rücken. Inzwischen werden offenbar Corona-Partys gefeiert. Das geht natürlich gar nicht, obwohl derlei ziviler Ungehorsam von Jugendlichen zu erwarten war. Wenn ihnen das Virus nicht weiter weh tut, wenn sie mit einer leichten Erkältung davonkommen, warum sollen sie dann die täglichen Warnungen davor ernst nehmen? Wenn man eine lustige Party nur mit einem allenfalls lästigen Schnupfen bezahlen muss, dann ist das ein vertretbarer Preis. Aber es geht doch um Alten! Die gelte es zu schützen. Doch wie soll ein stinknormaler Jugendlicher diesen Gedanken nachvollziehen? Wer alt ist und krank, der stirbt eh bald. Warum soll uns das den Spaß verderben? Ob es wohl genügend Sozialarbeiter gibt, die den jungen Leuten ein wenig „soziale“ Verantwortung vermitteln können?

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