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Geschichte Literatur

Südafrikanischer Roman

Wird es eingehalten werden, dieses Versprechen gegenüber der schwarzen Haushalthilfe Salome, man werde ihr das Haus schenken, in dem sie seit Langem mit ihrer Familie wohnt? Der Roman „Das Versprechen“ von Damon Galgut (2021, Luchterhand-Verlag) spielt in Südafrika und umfasst eine Zeitspanne von fast vierzig Jahren. Die Struktur bekommt er durch die Beerdigungen. Nacheinander sterben vier Mitglieder der Familie Swart: Rachel, die Mutter, an Krebs, Manie, der Vater, an einem Schlangenbiss. Dann wird die Tochter Astrid das Opfer eines Gewaltverbrechens und schließlich bringt sich der Sohn um; Anton ist ein Versager, der zum Alkoholiker wird. Sie sind Weiße und leben in einem Land, das sich in diesen Jahrzehnten gewaltig verändert. Am Anfang regieren noch die Kolonialherren. Dann wird Nelson Mandela freigelassen und die Machtstruktur wandelt sich. Es gibt mehr Freiheit für die Schwarzen, die Wirtschaft boomt, aber auch das Verbrechen. Der allwissende Erzähler, der hier eine herausragende Rolle spielt, lässt uns an den Gedanken und Gefühlen der Swarts teilhaben, springt vom einen zum andern, kommentiert das Geschehen und stellt Bezüge her. Der Niedergang dieser Familie spiegelt die Probleme des Landes. Salome aber, die den Swarts ein Leben lang gedient hat, wartet auf die Erfüllung des Versprechens. Am Ende bleibt nur noch Amor übrig, die jüngere der beiden Swart-Töchter. Sie kann das zu Ende zu bringen, was bisher versäumt wurde. Ein großer Roman, mit scheinbar leichter Hand geschrieben, der zu Recht den Booker-Preis 2021 erhalten hat.

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