Unglaubliche Bankprognosen 1: Perspektiven ins Minus

Wer ein Depot bei der Baden-Württembergischen Bank hat, erhält zum Jahresbeginn (kostenlos!) eine Hochglanzbroschüre, in der den Kunden „Perspektiven“ fürs kommende Jahr aufgezeigt werden.

Dort findet man kluge Ratschläge, zum Beispiel (im Heft 2007) die Empfehlung, zur Alterssicherung am besten in Aktien zu investieren. Das sei gut, „weil Aktien langfristig die höchsten Erträge bringen.“ Aha. Wer diesen Rat 2007 und 2008 befolgt hat, musste allerdings teuer dafür bezahlen. Denn die Aktien brachten bekanntlich keine Erträge, sondern Verluste.

Auch im Heft „Perspektiven 2008“ haben die Berater der BW-Bank Erfreuliches in Aussicht gestellt. Zwar sei die Subprimekrise „noch längst nicht beigelegt“, dennoch sollte im Aktiendepot am Jahresende 2008 „zumindest ein kleines Plus zu Buche stehen“. Die armen Irrenden. Und die armen Bankkunden, die auf diesen Tipp gesetzt haben. Denn statt eines kleinen Plus gab es bekanntlich ein sehr großes Minus.

In der Broschüre für 2009 werden die Aussagen vorsichtiger. Man gibt kleinlaut zu, dass „sich viele Anlageregeln im letzten Jahr (2008) nicht bewahrheitet haben“. Das habe zu bedauerlichen Verlusten geführt. Der Rat der BW-Bank: Wenden Sie sich an unsere Berater! Sind die nun aus Schaden klug geworden?

Und noch eine Prophezeiung findet sich für 2009 (auf Seite 4): Das Bruttoinlandsprodukt werde, so prognostizieren die BW-Bänker, in Deutschland um 1,2% sinken. Schon wieder so ein unglaublicher Irrtum. Die Frühjahrsdiagnose der Bundesregierung rechnet bekanntlich mit minus sechs Prozent.

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