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Unvorstellbarer Service oder Das Recht auf lächelndes Personal

Manche Meldungen klingen so unglaublich, dass man an einen Aprilscherz glauben möchte, und das am 1. September, oder an ein Märchen. In Japan, lese ich heute in der Stuttgarter Zeitung, sind die Züge immer pünktlich. Ja, „immer“ steht da. Bei uns sind Busse und Bahnen bekanntlich gelegentlich oder auch mal zufällig pünktlich, dort, im Fernen Osten, in Tokio, sind sie es, wenn die Meldung stimmt, immer. Und falls es Fahrplanänderungen gibt, das also kommt offenbar auch vor, werden sie sofort angezeigt, sofort.

Was noch unglaublicher ist: Auf den Bahnsteigen stehen Personen, die nur dazu da sind, den Fahrgästen Auskünfte zu erteilen. Man kann die also echt fragen und bekommt eine Antwort, eine freundliche sogar.

Denn das ist der dritte Teil der Botschaft: Die Mitarbeiter der Bahn müssen lächeln. Das wird kontrolliert, und zwar von Computern. Die schauen den Beschäftigten ins Gesicht und zeichnen sein Lächeln oder Nichtlächeln auf. Wer wegen Letzterem auffällt, bekommt gute Ratschläge, wie er Ersteres, sein Lächeln nämlich, verbessern kann.

So also wird im Land des Lächelns professionell an der Zufriedenheit des Kunden gearbeitet. Der hat nicht nur Anspruch auf eine Fahrkarte, einen pünktlichen Zug und eine klare Auskunft, sondern auch auf ein Lächeln. Bei uns müsste der verantwortliche Manager wahrscheinlich seinen Hut nehmen: wegen Verstößen gegen den Datenschutz (Ausspähung der Mitarbeiter) und die Menschenwürde; denn hier hat jeder das Recht, ein verdrossenes Gesicht zu zeigen.

Eine Antwort auf „Unvorstellbarer Service oder Das Recht auf lächelndes Personal“

Ich denke, dass es das Recht eines jeden Menschen ist, nicht lächeln zu müssen. Auskunft geben ja, freundlich sein ja, aber ein Lächeln ist etwas,das von Herzen kommen sollte, nicht etwas, was aus Angst oder Druck
entsteht.

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