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Ungenügende Wertschätzung oder Wofür der Tag des Lehrers auch gut sein könnte

Am 5. Oktober sollen die Lehrerinnen und Lehrer weltweit im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen. Dagegen ist nichts einzuwenden und auch nichts dagegen, dass man im Regierungspräsidium Stuttgart die Landespolitiker auffordert, an besagtem Tag in die Schulen zu gehen und den Kolleginnen und Kollegen für ihre Arbeit Worte des Dankes zu sagen. Ein kleines Geschenk aus diesem Anlass (etwa der freie Eintritt für eine kulturelle Veranstaltung) ist ebenfalls nicht zu verachten. Allerdings setzt das Beamtenrecht dem Schenken aus gutem Grund enge Grenzen.

Die Opposition im Landtag findet das peinlich. Und man mag ihr insofern rechtgeben, als sich eine solche Aktion wie eine Kopie des Muttertags anfühlt. Man stattet den Lehrenden pflichtschuldigst Dank ab und beschenkt sie symbolisch (und kostengünstig). Es wäre mehr getan, wenn man die Arbeitsbedingungen der Lehrerschaft verbessern würde. Das stimmt natürlich. Aber warum das eine tun und das andere nicht lassen? Die Lehrerinnen und Lehrer brauchen ideelle Zeichen der Wertschätzung und materiell gute Arbeitsbedingungen.

Noch mehr aber brauchen sie Zeit, wenn sie sich nicht nur (am besten im Team) gut vorbereiten, sorgfältig korrigieren und benoten und sensibel auf die so unterschiedlich begabten Kinder eingehen sowie mit den Erziehenden laufend Kontakt zu halten sollen. Daher wäre es ein gutes Geschenk (nicht nur am 5.10.), wenn die Eltern eine Fernsehstunde im Monat opfern und sie der Schule und damit ihren Kindern schenken würden, zum Beispiel in Form eines Gesprächs mit dem einen oder anderen Fachlehrer, einem Treffen mit anderen Eltern zur Erörterung von Schul- und Erziehungsfragen, einem Telefonat mit dem Klassenlehrer während der Sprechstunde. Deren Termin wird übrigens am Beginn jedes Schuljahrs bekannt gegeben. Viele Probleme entstehen erst gar nicht, wenn man sie im Ansatz erkennt und erfährt.

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