Über den Landeselternbeirat 2

Der Rücktritt der Damen Staab und Wiegert, ihres Zeichens Vorsitzende des Landeselternbeirats von Baden-Württemberg, könnte dazu beitragen, einige überfällige schulpolitische Entwicklungen voranzubringen. Häckerling diskutiert gerne mit und verweist auf den Blog-Eintrag 139 zur problematischen Grundschulempfehlung. Heute soll es um die Evaluation gehen. Dazu finden sich im „Kündigungsschreiben“ der genannten Elternvertreterinnen zwei Aussagen. Die erste lautet:

(1) „Der politische Wille, endlich systematisch den Bildungsbereich zu evaluieren, alle Maßnahmen der vergangenen Jahre auf den Prüfstand zu stellen(,) und zwar nicht nur durch Lehrer, sondern besonders durch externe Fachleute(,) und die dringend notwendigen Verbesserungsmaßnahmen durchzuführen, ist nicht vorhanden.“

Staab und Wiegert werfen dem Kultusministerium also vor, es weigere sich, die Qualität der derzeitigen Bildungspolitik wissenschaftlich erforschen zu lassen und aus den (von ihnen unterstellten) Fehlern zu lernen. Aber geschieht das nicht bereits? Leistet nicht die PISA-Studie genau das? PISA liefert dem Land reichlich Daten über den kurz- und langfristigen Erfolg seiner Maßnahmen und obendrein noch einen Vergleich mit den anderen Bundesländern und zahlreichen Industriestaaten. Was aber möglich wäre: im Rahmen von PISA noch detaillierter Aspekte des baden-württembergischen Bildungskonzepts untersuchen zu lassen.

Die zweite Aussage:

(2) „Evaluation an Schulen ist wie in allen Lebensbereichen elementar für die Sicherstellung der Qualität und deren Weiterentwicklung. Das beste und einfachste Mittel zur Erhebung, Prüfung und Verbesserung sämtlicher schulischer Angelegenheiten sind schulinterne Schüler- Eltern- und Lehrerfragebögen.“

Mit dem ersten Satz kann man einig sein. Was den Einsatz von Fragebogen angeht, so herrscht daran kein Mangel, vor allem bei den schulinternen Evaluationen. Wie man allerdings einen guten Fragebogen erstellt, wie man ihn auswertet und wie man mit den Ergebnissen sinnvoll umgeht, das ist nicht allen Schulen bekannt. Daher sollten auch die schulinternen Evaluationen von außen, also zum Beispiel von den Mitarbeitern des Landesinstituts für Schulentwicklung, begleitet werden. Die seit Jahren kultivierte Unterscheidung von „Selbstevaluation“ und „Fremdevaluation“ bringt wenig.

(Blog-Eintrag Nr. 140)

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