Japan und wir

Es ist ohne Zweifel sehr schlimm, was in Japan passiert. Die Opfer von Erdbeben und Tsunami brauchen dringend Hilfe. Dass es endlich gelingt, der Probleme in den Atomkraftwerken Herr zu werden, hoffen wir alle. Es ist gut zu erfahren, dass die Bevölkerung ein hohes Maß an Ruhe und Gelassenheit zeigt. Sie wissen offenbar, dass Panik nichts ändert, sondern alles nur schlimmer macht.

Da sind wir hier sehr viel aufgeregter. Was die Medien, auch die öffentlich-rechtlichen Anstalten, Tag für Tag an informatorischem Fallout auf uns herabregnen lassen, ist geeignet, der deutschen Angst vor allem und jedem Unheil mächtigen Vorschub zu leisten.

Nichts gegen Berichterstattung. Aber wie das Wort schon sagt, geht es dabei ums Berichten über das, was war und was ist. Doch das reicht unseren Medien nicht, sie wollen mehr, sie wollen mit den alttestamentarischen Propheten konkurrieren und uns verkünden, was sein könnte. Experten sollen nicht nur erklären, was geschehen ist, sondern uns ausmalen, was wäre, wenn „der schlimmste Fall“ einträte. Man spürt manchmal ein gewisses Bedauern darüber, dass die „erwartete“ Katastrophe immer noch nicht eingetreten ist.

Ist das einfach nur „deutsch“ oder tobt zwischen den Sendern ein harter Kampf um Marktanteile, den der gewinnt, der die schlimmsten Szenarien zu bieten hat?

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Ein Kommentar zu Japan und wir

  1. Nana sagt:

    Laut FAZ.net sollte der vierzig Jahre alte Reaktor 1 in Fukoshima stillgelegt werden. “Eine Datenbank des Forschungszentrums Nuclear Training Centre (ICJT) in Slowenien nennt als ‘erwartetes Datum der Stilllegung’ den März 2011.” (FAZ; 16.3.2011) – Da wären also “wir” – nein: wäre “Japan” – fast “der Probleme in den Atomkraftwerken Herr” geblieben?

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