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Die Zeitung und das Verständnis

Seit Wochen, ja eigentlich schon seit Monaten bittet mich die Stuttgarter Zeitung darum, sie zu verstehe, genauer: Verständnis aufzubringen. Und wofür? Dass sie so dünn geworden ist. Reichlich abgemagert liegt sie morgens im Briefkasten, heute sogar mit verknickten und verdruckten Seiten. Das ist, ist zu hören, die Folge des Arbeitskampfes, der sich in ihrem Hause abspielt. Offenbar ist man sich dort nicht einig über die Bezahlung der Redakteure. Das verstehe ich auch. Es ist ein normaler Vorgang in einem Staat, in dem das Gehalt zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgehandelt wird. Die Jornalisten wollen mehr verdienen, als ihnen die Verleger zubilligen. Zahlen werden zwar selten kaum genannt, aber offenbar sind die Jungredakteure nicht damit zufrieden, nur so viel zu verdienen wie ein Junglehrer.

Was ich nicht verstehe: Warum dauert dieser Streit und damit auch der Streik nun schon seit Monaten? Warum einigt man sich nicht, wie es sich für Tarifpartner gehört? Warum speist man die Kunden ständig mit „Notausgaben“ ab. Die sollen zwar weiter den ganz vollen Betrag für ihr Abonnemnt bezahlen, bekommen dafür aber nur eine halbleere Zeitung.

Ob es den Zeitungen und ihren Mitarbeitern mit diesem Kampf ums Geld gelingt, den Kampf gegen die elektronischen Medien zu gewinnen?

Eine Antwort auf „Die Zeitung und das Verständnis“

Das erinnert ein bisschen an die aktuelle Lage in Amerika, keine Seite
darf sich bewegen, weil sie sonst an Respekt verliert, keine Seite darf
sich bewegen, weil sie sonst die Unvernunft erklärt (sich
unvernünftig zeigt?). Und so sitzt man zwischen zwei Stühlen und verliert
die Basis (hier die Leser).

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