SWR2 und seine Sprecher

Der SWR (Südwestrundfunk) hat ein Kulturprogramm; es trägt die Nummer 2. Dass er überhaupt eines hat, ist lobenswert. Gelegentlich überkommt unsereinen das Bedürfnis, es zu hören. Schließlich will man sein kulturelles Interesse unter Beweis stellen. Es gibt auf SWR2 Hörspiele, sogar Krimis, es gibt fast ständig klassische Musik, gespielt unter anderem von den beiden inzwischen zu teuer gewordenen SWR-Orchestern, und es gibt anspruchsvolle Kinder- und Jugendsendungen, die hoffentlich auch von Kindern und Jugendlichen gehört werden.

Kurz vor acht gibt es das „Wort zum Tag“, über das man sich manchmal freuen, manchmal ärgern kann. Daran an schließen sich, wie immer zur vollen Stunde, die Nachrichten. Die sind ein ständiges Ärgernis; denn sie werden von Menschen gesprochen, die nicht sprechen können. Man hat den Eindruck, dass sie gar nicht wissen, was sie da lesen. Sie betonen die falschen Wörter oder die Wörter falsch, sie machen Pausen, wo keine sind, oder keine Pausen, wo der Satz welche verlangt. Sie heben die Stimme, wo sie zu senken wäre, und senken sie genau dann, wenn sie gehoben werden müsste, um Wichtiges hervorzuheben. Eine Katastrophe, diese Sprecher. Sie sind weit unter dem Niveau eines Kulturprogramms.

Es mag ja sein, dass zwei klassische Rundfunkorchester die Finanzen des SWR überfordern. Aber dass die Mittel nicht einmal mehr für die Schulung der Nachrichtensprecher ausreichen, lässt einen verzweifeln.

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2 Kommentare zu SWR2 und seine Sprecher

  1. „Man hat den Eindruck, dass sie gar nicht wissen, was sie da lesen. Sie betonen die falschen Wörter oder die Wörter falsch,…“

    Das gilt genauso für vorgebliche „Liberale“, die schon wieder vergessen haben, was wirtschaftliche Freiheit bedeutet (die Ordoliberalen der 1950er Jahre wussten das noch), nämlich das Recht zur Beteiligung am Wettbewerb. Und auch die Ordoliberalen hatten nie begriffen, wie diese zentrale Freiheit, um die sich alle anderen Freiheiten anordnen, zu verwirklichen ist, nämlich durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform (echte Soziale Marktwirtschaft = freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus). Also kann der „Liberale“ des 21. Jahrhunderts sich schon gar nicht mehr vorstellen, dass so etwas wie die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, die bisher jede Volkswirtschaft in der Geschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit zerstörte,…

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    …überhaupt existiert. Stattdessen glaubt der „Liberale“ noch immer an „Apfelbäumchen“,…

    http://www.deweles.de/files/apfelbaeumchen.pdf

    …und es liegt weit außerhalb seines Begriffsvermögens, dass wir mit der Verwirklichung der echten Sozialen Marktwirtschaft nicht erst seit einem Jahrhundert im Rückstand sind,…

    http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf

    …sondern schon seit fast zwei ganzen Jahrtausenden:

    http://www.deweles.de/files/himmel_auf_erden.pdf

  2. Tobi sagt:

    Immerhin darf der geneigte SWR2-Hörer ja die Nachrichten – wie auch das andere Programm – in einem werbearmen Umfeld genießen. Wenn man die beiden (bzw. drei) anderen Hauptprogramme des SWR anhört, hat man den Eindruck, die Werbeblöcke sind die am wenigstens marktschreierischen Inhalte des Programms. Der Rest besteht in Selbstbeweihräucherung und dem Versuch, sich alles anzueignen, was die Welt so hergibt: Hits, Staus, Wetter, Nachrichten, … – alles exklusiv nur bei SWR3 (oder SWR1)!
    Dafür die vollkommen überhöhte Zwangsabgabe für den Rundfunk (GEZ-Gebühr) bezahlen zu müssen, schmerzt jedes Quartal aufs Neue!

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