Der alternde Mann und der frühere Tod

In den Medien lese ich zur Zeit viel über das schlimme Los der Männer, den wehrlosen Opfern eines meinungsstarken Feminismus. Heute ergreift in „Sonntag Aktuell“ ein Wolfgang Bok das Wort und klagt das Leid des alten Mannes: seine Nutzlosigkeit im Haushalt, die alltägliche Langeweile, der Dauerbesuch von Wellnesstempeln, das ständige Reisen, der Verlust der Anerkennung und sein früherer Tod – fünf Jahre vor den Frauen.

Es ist ein betrübliches Bild, das hier gezeichnet wird: Bok hat den Eindruck, „man könne dem Zerfall des alternden Mannes buchstäblich zusehen. Wie er sich wertlos ins Grab schleppt.“ Was soll einer, der dieser Personengruppe ebenfalls angehört, dazu sagen? Ihm widersprechen oder ihm achselzuckend recht geben? Letzteres.

Das Problem des alternden Mannes beginnt in seiner Jugend. Sein statistisch früherer Tod ist die Folge seines lebenslangen Verhaltens. Ein Mann kann halt nicht sein wie eine Frau. Das muss er mannhaft tragen und ertragen. Oder ist das schon wieder ein Verstoß gegen die politisch korrekte Sprache?

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