Das Gymnasium und sein Ende

Die Dame Moritz von der GEW hat jetzt gesagt, was alle Skeptiker schon lange ahnen: das Gymnasium werde irgendwann verschwinden, weil man es nicht mehr brauche. Wenn alle in die gleiche Schule gingen, die Gemeinschaftsschule, dann sei das Gymnasium schlicht entbehrlich. Natürlich werde das nicht von heute auf morgen geschehen, sondern noch ein paar Jahre dauern. Aber das Ziel ist für die gewerkschaftliche Dame klar: Das Gymnasium muss weg; Rot-Grün habe dafür zu sorgen. Der neue Kultusminister Stoch schweigt dazu. Seine Kinder sind in der Waldorf-Schule.

Nun ist eine Ankündigung noch keine Realität, aber Ankündigungen schaffen Realität, indem sie sich in den Köpfen festsetzen. Was einst sein soll, wird mental schon mal vorweggenommen. Das politische Handeln wird sich danach ausrichten: eine finanziell starke Förderung der Gemeinschaftsschulen bei gleichzeitigem ökonomischen Verhungern-Lassen der Gymnasien.

Der Prozess wird wehtun. Man kann sich die kulturkämpferischen Aktionen der einen und der anderen Seite gut vorstellen. Es wird geschehen, was immer geschieht. Der Kampf um den Erhalt des Gymnasiums oder um dessen Vernichtung wird dafür sorgen, dass die von den Bildungsforschern immer wieder angemahnte Weiterentwicklung des Unterrichts in den Hintergrund tritt. Im Krieg gelten andere Prioritäten. Düstere Aussichten sind das.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Das Gymnasium und sein Ende

  1. Boris sagt:

    Was wir nicht brauchen ist ein Krieg in unserem Bildungssystem. Eine Gesellschaft entwickelt und erhält sich aufgrund gut ausgebildeter Spitzenkräfte, nicht damit, dass man alle in einen Topf wirft und hofft, dass die Leistungsstarken so weit gedrückt werden, dass die Schwachen nicht mehr als schwach erscheinen.
    Wir werden wie in jedem Krieg einen Preis zahlen müssen, und wenn das Gymnasium diesen Krieg verliert, dann wird der Preis dafür meiner Meinung nach das Wohl dieses Landes sein.

  2. Häcker sagt:

    Der Krieg dauert schon Jahrzehnte. Schon immer hat man in diesem unserem Lande die Nase gerümpft, wenn das Wort „Eliteförderung“ fiel. Was die Gymnasien in der Vergangenheit dazu leisten konnten, war eher dürftig. Nun werden die Ressourcen dafür (der sog. Ergänzungsbereich) immer weiter eingedampft. Allerdings bleiben dabei auch die Mittel für die Förderung der Schwachen auf der Strecke. An eine Differenzierung ist in dieser Situation nicht mehr zu denken. Das werden künftig nur noch die Gemeinschaftsschulen können, weil deren Ausstattung mit Lehrerstunden das hergibt. Man braucht das Gymnasium gar nicht abzuschaffen, es genügt, es auszuhungern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.