Die Lehrer und das Leben

Da hat er mal eine richtige Erkenntnis gehabt, der Minister Stoch, und jetzt fallen sie über ihn her. Dabei wollte er doch nur zum Ausdruck bringen, dass Lehrer nicht betriebsblind sein sollen, sondern den Betrieb in den Betrieben kennen sollen. Anders gesagt: Sie sollen eine Ahnung davon haben, wie es im realen Leben zugeht, auf dass sie ihren Schülerinnen und Schülern davon anschaulich berichten können. Dass es nichts schadet, die Arbeitsbedingungen einer Logistikfirma oder eines Bauunternehmens zu kennen, dass es von Nutzen ist, über die Tätigkeit von Putzkolonnen, Erdbeerpflückern oder Verwaltungsbeamten, von Menschen am Band oder am Tresen, von Bankern oder Managern, von Sozialarbeitern, Politikern und Journalisten, Wissenschaftlern, Sportlern und Schauspielern, Architekten und Ärzten Bescheid zu wissen.

Aus diesem Grund verlangt man schon seit Jahren von den künftigen Lehrern, auch denen am Gymnasium, lieber Herr Stoch, dass sie ein soziales oder betriebliches Praktikum abgelegt haben, ehe sie sich für das zweite Staatsexamen melden.

Und dann habe ich noch eine Bitte um sprachliche Genauigkeit an den Minister. Wenn man den Text des Artikel in den Stuttgarter Nachrichten für authentisch nehmen darf, dann hat Stoch gesagt, bei den Lehrern solle das „Verständnis für die Wirtschaft“ wachsen. Aber darum geht es nicht, sondern es geht um das „Verstehen“. Das aber bekommt man nicht dadurch, dass man „einen Betrieb von innen sieht“. Dazu muss man einiges lernen, Betriebs-, Volks- und Finanzwirtschaftliches und auch etwas Soziologie. Damit könnten „Betriebsblinde“ zu Sehenden werden. Derlei Kundige stünden den Schulen in der Tat wohl an.

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