Der Online-Journalismus und seine Kommentatoren

Den online berichtenden Zeitungen gehört die Zukunft. So sagt man. Wahrscheinlich ist das eine Prognose, deren Richtigkeit sich bald erweisen wird. Ich habe auch nichts dagegen. Wie sollte ich? Schreibe ich doch selber Texte, die sich übers Netz verbreiten sollen.

Nun soll es Menschen geben, die solche Texte sogar lesen, nicht nur die bei NSA und dergleichen. Was diesen oder dieses Blog hier angeht, so kann man die Zahl der nichtgeheimdienstlich organisierten Leserinnen und Leser mit den Fingern einer Hand zählen. Aber die Texte, die unter den großen Namen – oder sagt man hier „labels“? – laufen (wie SPIEGEL, ZEIT, FAZ), haben Unmengen von Lesern. Das sieht man unter den betreffenden Artikeln. Da stehen jede Menge Kommentare. Sie kommen offenbar im Minutentakt bei den Redaktionen an und werden „zeitnah“ (ich erlaube mir dieses Adverbial auch einmal) publiziert. Meistens sind sie trotz der journalistischen Vorsichtung gespickt mit allerlei Fehlern. Geschenkt. Zur redaktionellen „Kontrolle“ gehört offenbar nur der Blick auf die politische Korrektheit, nicht die orthografische.

Mein Problem: Woher nehmen diese vielen kommentierenden Menschen die Zeit, ständig im Internet zu schreiben? Sind das alles Rentner oder Arbeitslose? Da müssen doch auch ein paar in der Berufswelt Aktive darunter sein. Tippen die so ganz nebenbei ihre Kommentare, während sie mit einem halben Ohr den Rednern ihres Meetings lauschen?

Daraus ergibt sich die Frage: Gibt es schon Studien über den volkswirtschaftlichen Schaden dieses Online-Kommentierverhaltens? Was sagen die Rechnungshöfe dazu oder die Kontroller?

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Ein Kommentar zu Der Online-Journalismus und seine Kommentatoren

  1. Uwe sagt:

    Lieber Herr Häcker,
    wenn Sie tatsächlich die nichtgeheimdienstlich ferngesteuerten Leser und Leserinnen Ihres Blogs an fünf Fingern abzählen wollen, beanspruche ich sofort einen dieser raren Plätze für mich!
    Herzliche Grüße
    Uwe

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