Schullandschaftspflege

Die positive Entwicklung belegt das Vertrauen der Eltern in die neue Schulart. Sie zeigt auch, dass die Gemeinschaftsschule Antworten geben kann auf die drängenden Probleme, die wir seit einigen Jahren in der Schullandschaft haben.

Der Satz stammt von Kultusminister Stoch. Mit der „neuen Schulart“ meint er die für Baden-Württemberg neue Gemeinschaftsschule (GMS). Ihr wird zugetraut, dass sie „Antworten“ geben kann. Worauf? Auf die „drängenden Probleme“, und zwar jene, die „wir“ (wer ist damit gemeint?) „in der Schullandschaft haben“. Der Landschaftsgärtner Stoch redet hier von einem Phantomschmerz, der ihm als bedrängendes Problembündel begegnet, und erwartet von der GMS Heilung.

Aber der Mann ist klug und daher vorsichtig. Statt seinen Satz in einem mutigen Futur zu formulieren (Die GMS wird alle schulischen Probleme lösen), bedient er sich des Modalverbs „können“. Die Antwort der GMS auf alle Fragen kann erfolgen oder auch nicht. Es soll Bundesländer geben, in denen man noch darauf wartet, dass sich zum Können auch das Vollbringen gesellt.

Mir tun die GMS-Lehrer leid, weil man von ihnen die Quadratur des Kreises erwartet. Mich dauern die Eltern der GMS-Kinder, weil sie eine Hoffnung gewählt haben, aber möglicherweise eine Enttäuschung auf sie wartet. Und mir liegen die Kinder am Herzen, die jetzt eine Schule besuchen, die ihnen am Ende vielleicht auch nicht mehr oder gar weniger vermittelt hat als die Stoch’schen Problemschulen, die Gymnasien und Realschulen also. Sie sind es wohl, die der Landschaftspfleger Stoch aus der Schullandschaft weghaben will.

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