Minustrends

Für die Sparer zeichnen sich Negativzinsen ab. Wer sich den Luxus leistet, sein Geld zum Schutz gegen häusliche Diebe auf die Bank zu bringen, wird dafür bald einen kleinen Obolus entrichten dürfen. Die Bank muss schließlich auch leben und das Bunkern von Geldbeträgen verursacht schließlich Kosten. Man muss Sparbücher ausfertigen, Buchungen vornehmen und die Mitarbeiter bezahlen, die diesen Job machen.

Bei der Energie deutet sich eine ähnliche Entwicklung an. Je mehr erneuerbare Energie produziert wird, desto größer ist der Überschuss an sonnigen und windigen Tagen. Nun fordern manche, die Energieversorger sollten doch in solchen Zeiten ihre Kohlekraftwerke abschalten. Das jedoch ist nicht sinnvoll, denn Kohle-Meiler kann man nicht nach Belieben ab- und anschalten. Es ist billiger und sicherer, sie weiterlaufen zu lassen. Und was geschieht mit der überschüssigen Elektrizität? Die wird an die Niederlande verkauft. Dort wird sie zwar auch nicht gebraucht, aber weil man den deutschen Strom nicht nur umsonst, sondern zum „Minuspreis“ bekommt, also dafür bezahlt wird, ihn abzunehmen, sind unsere Nachbarn nicht so und nehmen uns den Strom ab. In der Zeit können sie ihre Gaskraftwerke abschalten. Das geht technisch einfacher. Während die Niederlande auf diese Weise weniger Kohlendioxid emittieren, steigt der Schadstoffausstoß dank der Kohleverbrennung bei uns an. Ein genialer Schachzug – der Holländer.

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