Mayer-Vorfelder

Was hat der dieser Tage Verstorbene im Blog Häckerling zu suchen? Zu schildern ist eine Begegnung mit dem Kultusminister MV und was aus ihr geworden ist. Es war in den 1990er Jahren. Der Blogschreiber war Schulleiter und hatte in dieser Eigenschaft einen Draht zur Familie des Ministers. Schulleiter an Gymnasien hatten es damals (wie heute) nicht leicht, übrigens auch nicht mit MV. Der Gedanke, der Minister müsste mal aus „erster Hand“ etwas von diesen Problemen erfahren, lag nahe. Und tatsächlich bekamen die Schulleiter RH und KH einen Nachmittagstermin im Ministerium. Wir wurden ins Zimmer von MV gerufen. Sie Mitarbeiter wurden vom Chef nach draußen komplimentiert. Ihren verdrießlichen Mienen war zu entnehmen, dass ihnen das missfiel. Wir besprachen die ganze Palette der aktuellen Schulprobleme, offen und nur mäßig diplomatisch eingefärbt. Er wollte hören, was wir dachten, worüber wir uns ärgerten, was wir ändern würden. Er hörte zu, fragte nach, machte sich eifrig Notizen. Dann wurden wir entlassen. Einige Wochen später war Schulleitertagung. Dort erlebten wir die unmittelbare Wirkung des Gesprächs im Ministerium. Wir wurden zitiert, natürlich ohne Namensnennung, aber klar erkennbar – und hatten das Gefühl, ein ganz klein wenig in der Schulpolitik bewegt zu haben. MV war kantig, aber er konnte zuhören; das bestätige ich ihm gerne.

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