Rechtschreibbrei

Angesichts der globalen Fluchtszenarien, des VW-Abgasbetrugs, der Krise in der Ukraine und was uns sonst noch beunruhigt, ist das Problem marginal. Typisch ist auch, dass sich ein Rentner damit beschäftigt. Die gelten in Zeitungskreisen als notorische Nörgler. Ja, es geht um Rechtschreibung. In der letzten Ausgabe von Sonntag Aktuell (20.9.15) steht in einer Kolumne zwei Mal das Wort „Griesbrei“ – in dieser falschen Schreibung. Einst lernten die Kinder „bloß ein bißchen Grieß“ als Beispiele für die Verwendung des sog. scharfen S. Inzwischen hat sich „bißchen“ zu „bisschen“ verändert, aus guten Gründen, denn das Wort hängt mit „Biss“ zusammen; es ist dessen Verkleinerungsform. „Biss“ hat innen ein kurzes (stimmloses) I; danach muss man das scharfe S als ss schreiben. Das ß markiert das stimmlose S nach langen Vokalen (bloß, Gruß, Straße). Wie kann es passieren, dass eine Journalistin, das nicht weiß? Sogar ihr Schreibprogramm hätte es ihr signalisieren müssen. Vielleicht hat sie an den Griesgram gedacht, jenen Misanthropen, der einem die Freude am Leben verdirbt. Mir verderben solche Fehler in renommierten Zeitungen die Freude an der Lektüre. Es führt mich zu der sattsam bekannten Forderung, in der Schule wieder mehr Augenmerk auf die deutsche Sprache und ihr Schreibungssystem zu richten.

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