Digistress

Jetzt wird bestätigt, was wir schon länger geahnt haben: Das Smartphone ist für die Schüler ein Sucht-, Stress und Ablenkungsfaktor. Es macht abhängig, es setzt sie unter Druck, es absorbiert ihre Aufmerksamkeit und stört sie bei den Hausaufgaben. Ist ja auch klar: Ein Knabe, der am Lösen einer Rechenaufgabe ist und dabei auch noch überprüfen zu müssen meint, wer gerade Kontakt mit ihm aufgenommen hat, wird diese Aufgabe nur mit Mühe zu einem glücklichen Ende bringen. Die dröge Mathematik hat keine Chance gegenüber dem Gerät, das Beziehungsbedürfnisse erfüllt. Wer einen lateinischen Text übersetzen soll oder eine Rechtschreibübung zu erledigen hat, lässt sich gerne von einem Gerät unterbrechen, das mehr Spaß verspricht. Was tun? Die Lösung liegt auf der Hand. Sie ist einfacher als manche Mathe-Aufgabe: Man muss das Gerät während der Erledigung der Hausaufgaben abschalten und weglegen. Wen ein Kind das nicht alleine schafft, bedarf es der Mithilfe der Erziehungsberechtigten. Die bekommen endlich eine sinnvolle Aufgabe. Sie müssen sich vor der Erledigung der Hauausgaben nur zu dem Satz durchringen: „Gib dein Smartphone her! Du bekommst es nachher wieder.“ Die mit dieser Aktion einhergehende Quengelei und Maulerei müssen die Eltern aushalten. Das wird Ihnen anfangs nicht leicht fallen, wer frustriert schon gerne seinen Nachwuchs. Da hilft es nur, sich immer wieder klarzumachen, aber nicht laut zu sagen, dass man es ja gut mit dem Kind meint. Dankbar wird es dafür nicht sein. Vielleicht später.

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