Schülerrechte

Im Nachrichten-Sommerloch werden plötzlich Fragen wichtig, die ansonsten kaum Aufmerksamkeit erhalten. Dieser Tage waren den Zeitungen die Rechte der Schüler einen großen Artikel wert. Der Anlass: das Erscheinen eines Buches zu diesem Thema. Nun ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Schüler und vor allem auch ihre Eltern über den rechtlichen Rahmen der Schule Bescheid wissen. Auch die Lehrkräfte sind gut beraten, wenn sie sich nicht nur im Referendariat, sondern auch im beruflichen Alltag damit beschäftigen. Sie sollten wissen, was sie tun müssen und was sie nicht tun dürfen. Und den Schülern schadet es nichts, wenn sie eine Ahnung haben, in welches rechtliche System ihre Lehrer eingebunden sind. Was mich etwas stört an der Debatte, ist die starke Betonung des Juristischen. Die Schule ist ein Ort der Bildung und Erziehung. So gibt es das Schulgesetz vor. Es ist eine „pädagogische Provinz“, in der junge Menschen Erfahrungen sammeln können, in der sie ihre Grenzen ausloten und manchmal in die Schranken gewiesen werden müssen. Wer sie erziehen soll, muss die Möglichkeit haben, gegen Fehlverhalten vorzugehen. Wenn es einem Kind oder Jugendlichen an Einsicht mangelt, muss durch „Maßnahmen“ nachgeholfen werden. Den Rahmen bildet das Grundgesetz. Es spricht allen Menschen eine Würde zu, den Lehrenden und den Lernenden. Wo dieser Grundsatz beachtet wird, ist die Frage der Rechtlichkeit zweitrangig. Über den Rechten der Schüler sollte man ihre Pflichten nicht vergessen: fleißig zu lernen und sich ordentlich zu benehmen – um es ganz altertümlich auszudrücken. Die Schule muss ihre Aufgabe erfüllen können; auch das steht im Schulgesetz. Manchmal wird das vergessen, vor allem dann, wenn der Satz „Das dürfen Sie nicht“ wichtiger wird als der andere: „Was erwarten Sie von mir?“

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