Gewaltbereitschaft

Der G-20-Gipfel ist ein Hype. Man kann die wichtigsten politischen Führer beim Lächeln und Händeschütteln sehen, aber auch verhandelnd in einem Saal. Sie setzen sich in Szene. Was hinter den Kulissen geschieht, hoffentlich Sinnvolles, bleibt dem Tagesschauschauer unsichtbar. Aber so geht Politik. Dazu kommen die Im Hintergrund und vor allem nachts Arbeitenden, jene, die Merkel gerne die Sherpas nennt. Sie tragen das Gepäck und offenbar auch die Verantwortung, dass am Ende ein formuliertes Ergebnis steht, das sich als Erfolg vermarkten lässt. Doch es wird immer deutlicher, dass die Bilder von brennenden Autos, Wasser werfenden Fahrzeugen, in Gruppen rennenden Polizisten die gewünschten Bilder, die mit den über die Zukunftsfragen streitenden Politiker, verdrängen. Diese Gewalt-Bilder sind auch viel eindrucksvoller, sie gehen unter die Haut, schüren die Angst, lehren die Zuschauer das Gruseln. Welcher Medienmensch könnte ihnen widerstehen? Auf diese Weise lässt man die Gewalt siegen. Das Wort „Gewaltbereitschaft“ wird damit immer doppeldeutiger. Anstatt die hirnlosen, vermummten Chaoten in die Unsichtbarkeit zu verbannen, zeigt man sie willfährig, gibt ihren Gewaltakten ein mediales Forum und befördert so jene Dummheit ins Rampenlicht, die nichts, aber auch gar nichts mit demokratischer Auseinandersetzung zu tun hat. Die Gewaltbereiten siegen. Traurig.

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