Olympische Dopingspiele

Heute sollen in einem Ort Koreas mit einem unaussprechlichen Namen die sogenannten Winterspiele beginnen. Ihr Markenzeichen sind fünf ineinander verflochtene Ringe. Entgegen anderer Vermutungen handelt es sich hier nicht um die Darstellung einer chemischen Verbindung, sondern um die Verknüpfung der fünf Erdteile. Sie eint der gemeinsame Sport und das gemeinsame Doping. Gewinnen werden die Wettbewerbe jene „Sportler“, die am unauffälligsten gedopt wurden. Denn längst geht es nicht mehr nur darum, leistungssteigernde Präparate zu entwickeln. Sie müssen auch so wirken, dass man sie mit den herkömmlichen Methoden nicht nachweisen kann. Eine Art olympischer Chemiewettbewerb. Dabei haben naturgemäß größere und reichere Länder einen gewissen Vorteil. Nur sie können sich die teuren Labore leisten. Am Ende wird man am Medaillenspiegel ablesen können, wer die beste Dopingindustrie hat. Das könnte Häckerling eigentlich egal sein. Wenn sich jemand nach der Einnahme chemischer Substanzen auf Eis und Schnee mit anderen Gedopten messen will, mag er/sie das tun. Möglicherweise ist das die Zukunft des Sports. Was mich allerdings stört ist die Verstopfung des Fernsehprogramms mit stundenlangen Berichten über Veranstaltungen, bei denen Ski gefahren, gerodelt und über Schanzen gesprungen wird. Mit dem bloßen Auge lassen sich Unterschiede nicht erkennen. Deshalb laufen für den TV-Konsumenten Uhren mit, die auf Bruchteile von Sekunden genau angeben, wer schneller war. Am Ende ist es dann klar, wer gewonnen hat, dann, wenn die Medaillen vergeben und die Nationalhymnen gespielt werden. Muss man sich das ansehen? Nein!

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