Belohnter Chef

Es gibt eine Autofirma, die baut teure Karossen für betuchte Kunden. Wer sich ein solches Auto leistet, der kann sein Leben ohne staatliche Zuschüsse führen, der braucht kein Bürgergeld, kein Hartz IV oder dergleichen. Diesem Menschen geht es einfach gut, finanziell wenigstens. Der Chef dieser Autofirma ist ergo ein ganz Großer, denn wer eine Firma leitet, die erfolgreich große Autos verkauft, muss einfach ein Genie sein, ein unübertrefflich geschickter Manager, ein Mann ohne Schwächen, ein brillanter Geist, ein Spürhund des Erfolgs. Nun geht es darum, dass der erfolgreiche Chef sich zur Ruhe setzen will. Aber was zahlt man einem solchen Spitzenmann, was ist angemessen, dass er seinen Ruhestand standesgemäß gestalten kann: tausend Euro am Tag? Nein, das wäre gar zu dürftig, zwei tausend, dreitausend? Das käme der wahren Bedeutung diese Riesen unter den Autoriesen schon näher. Unter 3000 € am Tag, das wäre ein allzu klägliches Salär, wo doch die meisten Bürger dieses Landes sogar mehr als 3000 bekommen – allerdings im Monat. Aber Unterschiede müssen nun mal sein. Nun mussten wir dieser Tage lesen, dass besagte Autofirma im letzten Jahr weniger Gewinn gemacht habe. Es gab Probleme beim Verkauf. Und das werde sich im laufenden Geschäftsjahr kaum verbessern. Aber warum hat das Genie an der Spitze des Unternehmens nichts dagegen getan? War er vielleicht demotiviert angesichts seiner bescheidenen Bezüge im Ruhestand? Hätte man ihm mehr Ruhegeld versprechen müssen? Liegt es an der mickrigen Rente, dass er seine Arbeitskraft nicht voll und ganz und ohne Frust für das Wohl der Firma eingesetzt hat?

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