Nachlassende Schulleistungen

Die Macher der PISA-Studie haben es uns mal wieder gegeben: Unsere Neuntklässler sind allenfalls guter Durchschnitt. Es ist allerdings nicht so, dass die Zeitungszeile „Viele Schüler lesen schlechter“ die Sache träfe. Nicht die damals, vor drei Jahren, getesteten Schüler (und auch etliche Schülerinnen) lesen heute schlechter, sondern jene, die drei Jahre später von PISA unter die Lupe genommen wurden. Das sind andere, liebe Zeitung. Warum ist das so? Manche machen es sich einfach. So sagt ein „Didakt“ (SWR 2 – der Kultursender) für Mathematik, dass die PISA-Studie schuld sei an den schlechteren Leistungen im Rechnen. Denn man stelle dort die falschen Aufgaben. Das Argument kennen wir aus den 1990er-Jahren. Damals waren wir alle überzeugt, das deutsche Schulsystem sei das weltbeste. Wenn jemand etwas anderes behaupte, dann habe er die falschen Maßstäbe und das falsche Verständnis von Bildung. Beim Lesen könnte man sich folgendes Argument vorstellen: Statt zu prüfen, ob ein 15-Jähriger einen Alltagstext verstanden hat, sollte man ihn besser nach dem Verständnis einer schillerschen Ballade fragen oder ihn die Problemlage eines Jugendbuchs beschreiben lassen. Da gehörte er dieser junge Mensch sicher weltweit zu den Besten. Oder wenn man es noch einfacher haben will: Wir wären ganz gewiss exzellent, wenn wir nicht so viele Migranten hätten. Häckerlings weitergehender Vorschlag: Wir sollten beim Lesen nur noch Mädchen ohne Migrationshintergrund in den PISA-Test schicken und bei der Mathematik die Jungen mit deutschen Vorfahren. Dann wären wir unerreichbare Spitze. Oder etwa nicht?

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