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Symbolischer Mundschutz

Dem Apotheker am Ort rennen sie die Bude ein. Die Menschen wollen unbedingt einen Mundschutz. In Asien scheinen ja alle einen zu tragen. Er wird mehrfach täglich gewechselt. Der gebrauchte kommt in den Müll. Bei uns sieht man Menschen mit Mundschutz eher selten, aber doch in zunehmender Zahl. Österreich will ihn für alle verpflichtend machen. Wozu braucht man ihn? Er soll gegen die Ansteckung durch das Corona-Virus schützen. Aber vielleicht erhöht er nur das Gefühl der Sicherheit? Oder der Mundschutz ist auf dem Weg zum Status-Symbol. Er zeigt an, dass der Träger/die Trägerin die Zeichen der Zeit erkannt hat. Man signalisiert uns Nicht-Mundgeschützten, dass wir etwas falsch machen, uns leichtsinnig verhalten. Oder ist es eher umgekehrt: die mit Mundschutz sind infiziert und sagen uns: Haltet Abstand zu mir? Die WHO, die Weltgesundheitsorganisation immerhin, lässt heute verlauten, ein Mundschutz bringe nichts, er biete keinen Schutz gegen das Virus. Es ist kein Virus-Schutz, sondern nur ein Mundschutz. Das ist auch der Trost des Apothekers, der keinen einzigen Mundschutz mehr zu verkaufen hat. Einweg-Handschuhe habe er wieder und Desinfektionsmittel. Das ist schon mal was. Er selbst allerdings im Dienst trägt einen sehr professionell anmutenden Mundschutz.

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