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Egoistisches Verhalten

Manche halten es für normal und damit entschuldbar: dass jeder sich selbst der Nächste ist. Wenn man im Supermarkt sinnlos Waren hamstert und erst durch Verkaufsbeschränkungen darauf hingewiesen werden muss, dass auch andere Menschen bestimmte Güter brauchen, dann ist das der alltägliche Egoismus im Kleinen. Nun erfahren wir ihn auch auf Länderebene. Deutschland hat es vorgemacht: keine Ausfuhr von medizinischen Artikeln ins europäische Ausland. Auch wenn diese Verfügung bald danach zurückgenommen wurde – es zeigt, wes Geistes auch wir sind. Der Kaufkampf um Schutzkleidung wird mit großer Brutalität geführt. Artikel, die für einen bestimmten Empfänger auf dem Airport bereitstehen, werden von Agenten (oder wie soll man sie nennen?) eines anderen Staats weggekauft. Man zahlt gerne das Dreifache und bootet so die ursprünglichen Empfänger aus. Dass sich die US-Amerikaner bei diesen Aktionen besonders hervortun, verwundert nicht, wenn man sich die Zahlen der in den USA Infizierten ansieht. Sie sind inzwischen drei Mal so hoch wie die in China – gesetzt den Fall, man kann den chinesischen Angaben trauen. Noch nicht vergessen haben wir, dass Trump gerne das Knowhow einer Tübinger Medizin-Entwicklungsfirma exklusiv für die USA erworben hätte. Allmählich wird deutlich, was „America first“ bedeutet: Wildwest-Methoden im Umgang mit anderen Staaten.

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