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Schwedische Gelassenheit

Das verstehe, wer will. Ausgerechnet die Schweden, bekannt für ihren Sicherheitsfanatismus, nehmen den Schutz vor dem Coronavirus locker. In den Schulen wird unterrichtet, in der Gastronomie bedient, in den Kinos kann man Filme sehen. Zur Begründung heißt es, die Schweden setzten traditionell auf Freiwilligkeit und Einsicht. Der Rat in diesen Zeiten lautet: Wer sich schützen will, soll sich schützen, wer sich krank fühlt, soll zu Hause bleiben. Man nehme eine kontrollierte Ausbreitung des Virus bewusst in Kauf, heißt es. Wir wissen nicht, ob die Schweden mit dieser Strategie auf die Nase fallen werden. Erst in ein paar Wochen wird sich zeigen, ob ihr Weg ein fahrlässiger Irrweg ist oder ob die schwedische Freiwilligkeit eine Alternative zu unserer strengen mit Bußgelddrohungen begleiteten Kontaktsperre gewesen wäre. Was soll man sich wünschen? Dass auch uns ein wenig schwedische Gelassenheit gegeben wäre oder dass der deutsche Weg der bessere gewesen sein wird? Wie gut, dass unsere Sprache über das Futur 2 verfügt.

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