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Gesellschaft Schule

Angegriffene Pädagogen

Soll ich Pädagog*innen schreiben, mit einem Stern in der Mitte? Nun, eine Sternstunde war es nicht, als gestern die neuen Zahlen zur Aggressivität von Schülern gegenüber Lehrerinnen und Lehrern bekanntgegeben wurden, eher ein Stunde der Wahrheit. Viele, die öffentliche Aufgaben bekleiden, werden zunehmend attackiert. Ersthelfer, Polizisten, Politiker, Pflegende und eben auch Lehrkräfte. Dabei überwiegen die psychischen Attacken, worunter man sich Beleidigungen, Verunglimpfungen, Herabwürdigungen und dergleichen vorstellen muss. Auch physische Angriffe habe es mehr gegeben. Nun wird gefordert zu reagieren. Aber wer soll wie reagieren? In den USA würde die Bewaffnung der Lehrenden gefordert. Wir werden es wohl eher mit sanfteren Mitteln versuchen. Vielleicht sollte man die Motive der Aggressiven erforschen. Aber bis eine Studie zu Ergebnissen kommt, dauert es Jahre. Schon jetzt muss die Schule, genauer: die Schulleitung, vor der Verhängung einer Erziehungs- und Ordnungsmaßnahme alle Seiten anhören: den Täter, die Eltern, die Klassenkonferenz. Das ist ausreichend, um falsche Reaktionen zu verhindern. Aber was sind die richtigen? Natürlich wird man es zunächst mit pädagogischen Mitteln versuchen, Gesprächen, Strafarbeiten, in denen die Täter ihre Motive schriftlich niederlegen müssen. Manchmal hilft das weiter, zumindest erhöht es Verständnis für die Tat. Aber wer einen Pädagogen oder eine Pädagogin attackiert hat, darf nicht ohne Sanktion davonkommen. Wenn das Nachsitzen nicht ausreicht, ist ein Ausschluss auf Zeit fällig. Auch der verordnete Wechsel in eine Parallelklasse kann etwas bewirken. Und er ist schon deshalb geboten, weil der attackierten Lehrkraft eine weitere Unterrichtung des Übeltäters nicht mehr zuzumuten ist. Hartnäckig Aggresive müssen die Schule verlassen. Wehrlos ist die Schule nicht, sie muss sich aber auch wehren. Die Schulverwaltung ist gehalten, den Schulen den Rücken zu stärken. Klare Worte gegenüber Eltern sind alternativlos. Einigkeit im Kollegium erhöht die Wirkung der Maßnahmen.

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