Die Sozialdemokraten und das Kanzlergehalt

Das Gehalt des Kanzlers (oder der Kanzlerin) der Bundesrepublik Deutschland sei zu niedrig, hat uns der Kanzlerkandidat Steinbrück wissen lassen. Nicht überliefert ist der nächste Satz: „Das muss erhöht werden, sonst mache ich den Job nicht.“ Die SPD springt dem Manne bei – er sage schlicht etwas Selbstverständliches – was soll sie sonst tun? Endlich haben wir ein griffiges Thema für den Bundestagswahlkampf.

Die Kanzlerin Merkel kommt, nach allem, was im Internet zu lesen ist, auf etwa 220.000 Euro im Jahr. Das ist in der Tat wenig, wenn man es mit den Einkommen von Sportlern, Filmstars oder Managern vergleicht. Aber es ist viel in Relation zu jenen, die Hartz IV bekommen, als Arbeiter oder Angestellter bei Daimler Benz arbeiten oder „beim Staat“ sind. Deren leitende Beamte, die allesamt studiert haben müssen und dann noch lange zu warten hatten, bis sie an die Spitze rücken durften, verdienen nur einen Bruchteil dieses Betrags.

Der Jahresbetrag entspricht einem monatlichen Salär von fast 18.500 Euro. Davon lässt sich leben. Man kann mehrmals im Monat ins Kino oder Theater gehen (Kanzler bekommen da vielleicht auch freien Eintritt), man kann verreisen, wenn man die Ansprüche nicht zu hoch ansetzt (aber es gibt auch Freunde auf Sylt) und man findet auch in den teureren Lokalen noch ansprechende Gerichte. Einiges lässt sich auch noch auf die hohe Kante legen (sparen), für schlechtere Zeiten oder wenn man ins Alter kommt.

Also gar so schlimm ist das mit dem Gehalt nicht. Oder geht es um etwas anderes? Wollen die Genossen das Gehalt und die Pension der Bundespräsidenten zugunsten der aktiven und ehemaligen Kanzler kürzen?

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Ein Kommentar zu Die Sozialdemokraten und das Kanzlergehalt

  1. Boris sagt:

    Kein glückliches Händchen hat er, der Herr Steinbrück, schlechte Berater, schlechte Medienkompetenz (siehe Internetgehversuche). Was er sagt, ist eine Feststellung, die inhaltlich richtig ist. Er hat auch begründet, warum es mehr Geld geben sollte, andere bekommen mehr. Dass es richtig ist, dass Menschen so viel mehr Geld verdienen, das steht auf einem anderen Blatt und wird nicht ausreichend begründet. Nur dass man in Film, Fernsehen, Sport und Wirtschaft einen Fehler macht und utopische Gehälter bezahlt, ist kein Grund, es auch zu tun. Ein Fehler wird nicht richtiggestellt, indem man ihn vielfach wiederholt.
    Letztlich scheint ihm das Gefühl für die Wähler zu fehlen, das wäre bei richtigem Einsatz aber zumindest vielleicht 18500 Euro im Monat wert. Vielleicht sollte man nicht gierig sein.

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