Parteienfilme

Während normalerweise im Regionalfernsehen des SWR auf die Wetteraussichten noch die Werbung für das Abendprogramm folgt – meistens fahren irgendwelche Landfrauen durch die Gegend oder es wird ein Tatort wiederholt – sind in diesen Tagen vor der Landtagswahl zwischen Wetter und Tagesschau noch kleine Filme der Parteien zu sehen. Das gab es auch schon vor früheren Wahlen, aber damals nervten diese Produkte wegen ihrer penetranten Werbung. Diesmal sind sie besser, hübscher gemacht und sowohl medial als auch inhaltlich überzeugender. Natürlich meinen es die Parteien allesamt gut mit uns, ja mehr: sie wollen nur unser Bestes, aber sie tragen das in ihren „Wahlsendungen“ mit beträchtlichem Charme vor, manchmal sogar mit Humor. Wenn z. B. der Minischterpräsident sich zuerst in seiner Werkstatt mit einem Stück Holz abmüht und dann im dunklen Anzug ins Auto steigt, um in seine Residenz nach Stuttgart zu fahren, dann verblassen alle Sorgen, die man sich um ihn machen könnte für den Fall, dass die Wiederwahl nicht gelänge. Er kann sich dann wieder umziehen und in seine häusliche Werkstatt zurückkehren. Das ist politisch belehrende Unterhaltung im besten Sinne. Gelegentlich überkommt mich das Bedauern, bei der Wahl nur eine Stimme zu haben. Ich würde einer ganzen Reihe dieser Filme einen Preis geben. Eines hoffe ich: dass es diese Kurzfilme schaffen, die Wahlbeteiligung am Sonntag zu erhöhen.

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