Inklusionsinformatik

Wenn Grüne und Schwarze eine Regierung bilden, fehlen entscheidende Farben, das Rot und das Gelb. Das Ergebnis ihres Wirkens wird eher grau, gräulich, manchmal auch grauenhaft. An der Schulpolitik lässt sich das trefflich beobachten. Das Koalitionsbekenntnis zur Gemeinschaftsschule – was bedeutet es? Soll diese Schulform weiter privilegiert werden, ehe sie evaluiert ist oder ihre Kraft bei der Qualität der Schulabschlüsse unter Beweise gestellt hat? Oder doch nicht? Das Bekenntnis zum Ausbau des Informatikunterrichts war längst überfällig, nachdem inzwischen alle wissen, wie sehr Deutschland in diesem Bereich hinterherhinkt. Aber ein Bekenntnis ist nur so viel Wert, wie die Taten, die ihm folgen. Die aber sind beklagenswert ärmlich. Zusätzlicher Unterricht braucht zusätzliche Lehrerstellen. Auch wenn sich manche Lehrkraft durch Umschulung gewinnen lässt, das Gros dieser Lehrer muss durch Neueinstellung geschaffen werden. Anstatt an Unsinnigem wie Gutachten über alles und jedes zu sparen, setzt man lieber im Kultusetat den Rotstift an. Das bringt die Ministerin in eine schwierige Lage: Wie soll man den großen Wurf bei der IT schaffen, wenn man Stellen streichen soll? Eine bemerkenswerte Lösung dieses Problems liefert Grün-Schwarz mit der Idee, Lehrerstellen von der Inklusion in die Informatik umzuschichten. An sich ist nichts dagegen einzuwenden, den Übereifer bei der Inklusion etwas zu dämpfen. Nicht alles, was am grünen Tisch entstanden ist, wird sich in der Praxis als sinnvoll erweisen. Aber das Management irritiert. Man hätte von vornherein bei der Inklusion weniger in die Vollen gehen und dafür das Bekenntnis zum digitalen Aufbruch durch Geld für die sächliche Ausstattung und entsprechende Lehrerstellen deutlich machen sollen. Auch wenn sich meine Begeisterung für die Gemeinschaftsschule in Grenzen hält, ausgerechnet bei dieser Schulform an der Informatik zu sparen, das ist eine Schnapsidee.

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