Leitungsschäden

Das Problem ist nicht neu. Seit vielen Jahren tut sich die Schulverwaltung Baden-Württembergs schwer, vakante Schulleiterstellen zu besetzen. In diesem Jahr sind mehrere hundert offen, in allen Schularten. Dazu kommen Engpässe in der Lehrerversorgung. Auch da fehlt es offenbar hinten und vorne. Was die Schulleiter angeht, so gilt weiterhin, was in diesem Blog schon mehrfach geäußert wurde: Eine Schule zu leiten ist nicht attraktiv, weder finanziell noch hinsichtlich der Arbeitsplatzbeschreibung. Angesichts der Verantwortung, die damit verbunden ist, hat man als Leiter einer Schule zu wenig Zeit und zu wenig Zuständigkeit. Ein Schulleiter kann niemand einstellen, höchstens Wünsche äußern, er hat so gut wie keine Instrumente, um Lehrkräften mit Defiziten „auf die Sprünge“ zu helfen. Was die Verwaltung angeht, spielen zeitfressende Nebensächlichkeiten eine zu große Rolle. Wer beim Unterricht systematisch nach dem Rechten zu sehen will, dem fehlen die Zeit und vor allem die Befugnisse. Auch die Unterstützung von außen, der Schulverwaltung, ist nur gering. Warum also sollte sich jemand auf eine Leitungsstelle bewerben, wenn er kaum mehr dabei verdient und den Kopf hinhalten soll für Entwicklungen, die er nur wenig beeinflussen kann. Das alles weiß man in Stuttgart schon lange, aber man tut nichts dagegen. Auch der aktuelle Lehrermangel ist hausgemacht. Statt in guten Zeiten eine Reserve zu schaffen, hat man Stellen gestrichen, die nun fehlen.

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