Gieriger Staat

In dem satirischen Film „Wir Wunderkinder“ (1958) mit den Kabarettisten Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller sowie Hansjörg Felmy und Johanna von Koczian – das deutsche Fernsehen macht um ihn einen großen Bogen – in diesem Film gibt es einen Song über den „armen Staat“, der die Bürger um eine „milde Gabe“ bittet. Unser derzeitiger Staat ist mitnichten arm, aber er tut so. Er hortet Milliarden und wartet auf eine Eingebung, das Geld auszugeben, um sich damit beim Wähler beliebt zu machen. Auf die naheliegende Idee, die Einnahmen, sprich: die Steuern, zu senken, kommt er nicht. Nun ist heute in der Zeitung zu lesen, dass sich „Vater Staat“ eine neue Einkommensquelle erschlossen hat, das Auto. Nun gibt es die Kraftfahrzeug-Steuer zwar schon längst, aber sie zu erhöhen, das hat einige Zeit auf sich warten lassen. Wenn ich die wirren Berichte in den Zeitungen recht verstehe, handelt es sich bei der erhöhten Kfz-Steuer um eine Strafsteuer wegen zu hoher Emissionen. Natürlich sind schädliche Gase nicht gut für die Umwelt. Wer sie verpestet, wird mit gutem Grund am Kragen gepackt. Nur so ganz versteht Häckerling diese Umweltpolitik nicht. Man bestraft die Sünder, aber man zwingt sie nicht, von ihrem sündigen Treiben künftig abzulassen. Auf diese Weise kassiert der Staat auch bei den Rauchern, aber die schaden sich ja allenfalls selbst. Der sündige Autofahrer aber verbreitet sein Gift überall. Daher soll er nun zahlen. Das ist für den Staat ertragreich. Ich verstehe: Die „öffentliche Hand“ profitiert von der Verpestung der Umwelt und kann deshalb gar kein Interesse haben, dass sich daran was ändert.

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