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Miese Leistung

Die baden-württembergischen Grundschüler zeigen – wenn man den Durchschnitt betrachtet – schwache Leistungen beim Lesen und Schreiben. Das hat das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen festgestellt. Ein Fünftel erreicht nicht den Mindeststandard beim Lesen, mehr als ein Viertel hat Probleme mit der Rechtschreibung. Diese Feststellung ist bar jeder Originalität, denn das ist schon seit Jahren so. Leider hat das Wissen darum nichts geändert. Wer trägt dafür die Verantwortung? Natürlich in erster Linie die Grundschullehrkräfte, denn sie sind es, die ihren Unterricht so gestalten müssen, dass am Ende der Grundschulzeit jedes Kind lesen und schreiben kann. Nun gibt es eine Ausrede, die wir seit Langem in allerlei Variationen hören: Es liegt an den Schülerinnen und Schülern. Sie haben entweder einen Migrationshintergrund oder sind sozial nicht gut aufgestellt oder beides. Mit anderen Worten: Die Schule hat die falschen Schüler, deshalb ist sie nicht erfolgreich. Könnte es sein, dass die Pädagogen es versäumt haben, sich auf die realen Zöglinge einzustellen? Aber sie haben zum Glück noch eine weitere Ausrede: Die Politik hat versagt. Daran könnte etwas dran sein. In der Regierungszentrale müsste es sich ja allmählich herumgesprochen haben, welche Kinder tatsächlich in den Schulen sind. Diese Kinder brauchen einen bestimmten Unterricht und eine andere Weise des Umgangs. Sie müssen (welches Wort!) etwas lernen, also bestimmte Zusatzstunden besuchen, nicht freiwillig, sondern verpflichtend. Dazu genügen die bisherigen erzieherischen „Zwangsmittel“ nicht. Also muss man sie ändern. Das kostet kein Geld, sondern nur Entschlossenheit. Geld würde es kosten, kleine Lerngruppen zu bilden, in denen spezielle Defizite aufgearbeitet werden. Aber mit dem Geld hat es Grün-Schwarz nicht so. Baden-Württemberg rangiert bei den Bildungsausgaben eher hinten.

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