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Bezweifelte Nachrichten

Stimmt eigentlich noch irgend etwas von dem, was uns täglich an Nachrichten erreicht? Wer so denkt, hat schon verloren. Wer alles bezweifelt, was an Informationen verbreitet wird, hat seine Intellektuelle Basis verloren. Der grundsätzliche Zweifler hält den Ukraine-Krieg für eine Inszenierung Hollywoods, die zerstörten Wohnsiedlungen für Potemkin‘sche Dörfer, also für Kulisse, und die Toten in den Straßen für Schauspieler. Diese Deutung der Nachrichten wird begründet mit dem Hinweis, dass der ukrainische Präsident einmal Schauspieler war und daher wisse, wie man die Weltöffentlichkeit täuscht. Wer die Ereignisse so sieht – und davon gibt es einige – glaubt der russischen Propaganda. Es gibt viele Beweise dafür, dass sie nicht nur ihrer eigene Bevölkerung ein X für ein U vormacht, sondern auch ihren heimlichen Fans in aller Welt. Aber wem kann man dann glauben? Wer die hiesige Presse und das Rundfunkwesen für käuflich und verlogen hält, dem bleibt nur die verwirrende Nachrichtenflut des Internets. Häckerling bekennt, dass er unserer Presse und auch den Redakteurinnen und Redakteuren des öffentlichen Rundfunks vertraut. Wenn die sich irren, geben sie es zu. Wenn sie nicht unabhängig belegen können, was sie melden, teilen sie uns das mit. Wer niemandem traut außer den Propagandisten und Wichtigtuern im Netz, handelt grob fahrlässig. Wäre das unser aller Maxime, hätte unsere Demokratie keine Zukunft. Denn die Politik hätte es dann mit Menschen zu tun, die zynisch jedes politische Handeln als verlogen ablehnen.

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