Unnötiges Topfgeld

Manchmal sind die Politiker eifrig, manchmal tun sie mehr als nötig. Die Regierung hat verschiedene Töpfe mit Geld gefüllt und wartet nun, dass Befugte zugreifen und sich bedienen. Es gibt Geld für den Bau von Ladestationen für E-Autos, für den Kauf von PKW mit Elektromotor, für die Digitalisierung und für die Kosten der Flüchtlinge. Der letztgenannte Topf ist besonders voll: 24 Milliarden Euro liegen darin. Onkel Dagobert hätte seine helle Freude. Aber merkwürdigerweise will kaum jemand das Topfgeld haben. Die heutige Zeitung zeigt in eindrucksvollen Grafiken, wie wenig die Mittel in den Töpfen nachgefragt werden. Da fragt sich Häckerling natürlich seinerseits, warum das so ist. Es kann natürlich Folgendes sein: Die Beantragung der Mittel ist so kompliziert, dass die Empfänger noch nicht durchschaut haben, wie man die entsprechenden Formulare ausfüllt. Es kann aber auch sein, dass diese Gelder unnötig sind. Man braucht sie einfach nicht, man hat selbst genug Geld. Oder ist es gar so, dass jene, für die das Geld bestimmt ist, gar nicht wissen, welche Zuwendungen die Bundesregierung für sie bereit hält? Müsste man die mutmaßlichen Empfänger vielleicht auf diese Segnungen hinweisen? Eines jedenfalls scheint gewiss: Einem Staat, der Geld auf die Seite legt, für das so gut wie kein Bedarf besteht, scheint es sehr gut zu gehen. Ist das nicht ein Grund zur Freude?

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Unanständige Sieger

Man kann ein Fußballspiel gewinnen – in der 95. Minute, offenbar dürfen die Deutschen so lange spielen, bis sie gewonnen haben, man kann es auch verlieren, weil man den Ball einfach nicht ins Tor bringt. Das ist so banal wie der Herberger-Satz, dass der Ball rund sei, der Ausgang eines Spieles also offen. In diesen beiden Sätzen kommt das Wort „Spiel“ vor. Das Wort steht manchmal als Gegensatz zum „Ernst“. Die WM der Ballkicker ist in dieser Hinsicht sehr ernst. Auch die Spieler sind selten spielerisch, sondern eher verbissen. Selbst gute unter ihnen haben offenbar jeglichen Humor eingebüßt. Und dünnhäutig sind sie auch. Mit harschen Worten beklagen deutsche Spitzenkicker die Kritik an ihren dürftigen Leistungen. Leute, wir sind hier nicht im Kindergarten, wo man alles lobt, was die Kleinen tun. Ihr verdient ein Vielfaches von dem, was der Normalbürger erhält, da solltet ihr in der Lage sein, auch mit Häme umzugehen. Wir Zuschauer müssen euch zusehen, wie ihr den Ball nicht ins Tor bekommt. Das lässt sich oft nur mit Sarkasmus aushalten. Dann gibt es noch die Funktionäre. Der DFB hat einen Tross, der drei Mal so viele Menschen umfasst wie die Mannschaft. Die kosten viel Geld und bringen meist wenig. Und dann können sie sich nicht benehmen. Einen Verlierer zu verhöhnen, das geht gar nicht. Da kann man sich auch nicht auf Ereignisse aus dem letzten Jahrhundert berufen. Im Englischen heißt es Fairness, im Deutschen Anstand. In dieser Kickerclique fehlt es offenbar daran. Schickt sie heim!

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Überforderte Studierende

Der massenhafte Exodus von Studenten und (möglicherweise auch) Studentinnen bei einer Prüfung an der Universität Hohenheim sorgt für Stress dort und im Wissenschaftsministerium. Mit akademischer Gründlichkeit hat man nun erforscht, warum dutzende (schreibt Häckerling klein, weil er es als Zahlwort nimmt) junger Leute die Prüfung unter Vorlage eines ärztlichen Attestes lautstark verlassen haben. Nun hat man ermittelt, dass diese Jungakademiker heillos überfordert sind. Es ist alles so schwierig und gar nicht so, wie sie es von der Schule her kannten. Dort wurde ihnen das Leben leicht gemacht und „der Stoff“ mundgerecht serviert. Warum macht es ihnen die Universität so schwer? Warum hilft sie ihnen nicht beim Lernen des Wissensstoffes? Warum ist der überhaupt so unverständlich? Und dann möchte die Uni auch noch, dass man die Rechtschreibung beherrscht! Nachdem man in der Grundschule nach dem Gehör hat schreiben dürfen und die Vermittlung eines Regelwerks in den Anfängen stecken geblieben ist, nachdem die Gymnasien in der Vermittlung der Orthografie keine wichtige Aufgabe gesehen haben und man auch mit zig Fehlern eine ordentliche Note im Abitur bekommen hat, will nun die Hochschule plötzlich, dass man korrekt schreibt. Ist das nicht eine ungeheure Zumutung? Alle wissen doch, dass Rechtschreibung und Zeichensetzung unwichtig sind. Und jetzt plötzlich dieser Aufstand wegen ein paar Buchstaben! Häckerling versteht die jungen Leute. Sie sollen Versäumnisse ausbaden, die sich in Jahren angesammelt haben. Leider ist es so: Orthografie und Zeichensetzung wurden schon vor geraumer Zeit auf dem Altar der Kuschelpädagogik geopfert.

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